Iss – oder bleib dick.

Ich finde, die Diät-Ideen, die es so gibt, gehen von einem falschen Ansatz aus. Iss, was dir schmeckt, aber bewusst, oder gleich nur die Hälfte. Oder: Verzichte nach 18 Uhr auf alles, und wenn das nicht geht, dann zumindest auf die Kohlenhydrate. Etc. – Ist doch alles Killefitz!

Da wir uns unser Essen i.d.R. nicht mehr im Angesichte unseres Schweißes erarbeiten und es auch nicht erjagen müssen, wie unsere aussterbenden Erd-Untermieter, hauen wir uns das Zeug nur so rein, und zwar mehr, als wir beim Sitzen wieder von den Rippen schwitzen (und wieder zeigt sich, dass nicht alles, was sich reimt,  gut ist).

Daher plädiere ich für ein neues Konzept. Ein Hersteller sollte so etwas wie Astronauten-Nahrung auf dem Markt bringen. Also etwas, das in möglichst kompakter Form alles beinhaltet, was wir zum Überleben benötigen. Mit dem kleinen Haken, dass das Zeug wie Brechmittel schmecken muss.

Der Sinn ist klar. Ich würge das Zeug runter, weil ich nicht verhungern will, esse aber nur so viel, dass ich nicht kotz** muss. Zusätzlich dazu noch ein wenig Sport treiben und nach einem halben Jahr ist der Adonis-Körper fertig.

Wenn das Zeug dann zudem aus den USA kommt, kannst du es hierzulande für das 500-fache seiner Produktionskosten verhökern und bist ein gemachter Mann. Bin gespannt, wann Astro-Würg-Food den Markt erobert…

Künstlich

Wäre meine liebe Freundin Resi nicht gewesen, ich hätte mein Abitur wahrscheinlich nicht (beim ersten Anlauf)  bekommen. Denn weil ich einfach zu schlecht war für den Chor (noch heute sehe ich mich vor dem Klavier in der Aula stehen, höre mich einen Dreiklang rauskrächzen und den Zeremonienmeister anschließend sagen: „Schöne sonore Stimme, Marek, aber du kannst leider nicht singen.“ Mein ganz persönlicher DSDS-esker Schicksalstag… aber ich brech‘ hier mal ab, der Klammer-Einschub-Satz wird zu lang.) , musste ich in der 11 Kunst wählen.

Und wer mich schon mal malen oder zeichnen gesehen hat, der weiß, dass ich es mit Ach und Krach hinbekomme, einen Würfel nicht wie die Quadratur eines Kreises aussehen zu lassen. Wäre Resi also damals nicht meine Ghost-Painterin gewesen, es hätte wohl eine 6 gegeben.

Jedenfalls: Sollte Edgar Müller kein Abitur haben, dann hat er es bestimmt nicht wegen einer 6 in Kunst nicht bekommen (Merke: ein Nicht-Nicht in einem Satz ergibt nicht immer ein „doch“). Denn dieses Handwerk beherrscht er, wie ich finde…

edgar_mueller

edgar_mueller032

(via: illusion.scene360)

So hab ich jedenfalls noch keinen die Domplatte  verschandeln verzieren sehen. Wird wohl aber auch am Kreideverschleiß liegen…

Neue Freunde kennenlernen.

Geht das eigentlich? Habe vorhin von der Bahn aus ein Werbe-Plakat für irgendeine Sprachschule gesehen, auf dem damit geworben wurde, dass man als Mitglied auf der ganzen Welt „neue Freunde kennenlernen“ könne.

Freundschaften werden geschlossen, Freunde findet man. So dachte ich zumindest. Aber was soll’s.

Apropos Freunde: Die Nichte meiner besten Freundin erhält seit ein paar Wochen Gesangsunterricht und hat nun ihre Interpretation von David Bowies Song „Life On Mars“ veröffentlicht.

Wüde mich interessieren, wie euch ihre Version gefällt…

Update: Ich weiß zwar nicht, warum, aber das Video wurde inzwischen gelöscht. Tja. Ein No-Hit-Wonder eben.

Guter schlechter Witz

Auf der Suche nach einer Beschäftigung, die Geld bringt und Spass macht – auf der Suche nach dem Heiligen Gral also – bin ich irgendwann zuerst auf die Seite Bloggerjobs

2009-01-30_224849

und dort dann auf ein Jobangebot gestoßen, das interessant klang. Die Anzeige lautete: „Computer Blog sucht Verstärkung“. Nachdem ich meine „Bewerbung“ abgeschickt hatte, erhielt ich eine Mail mit der Aufforderung, meine „Vorstellung von der kommenden Entlohnung“, die ich ja sicherlich hätte, mitzuteilen.

Als ich den Ball dann charmant wieder zurück gespielt hatte, bekam ich wieder eine Mail. Dieses Mal mit einer konkreten Ansage: „wir können zurzeit 1 Euro pro 100 Wörter Zahlen“. 1 Euro pro 100 Zeichen wäre schon wenig gewesen, aber dieses Angebot war… Und seit wann nimmt man  Wörter anstelle von Zeichen als Grundlage?  Besteht ein Text nur aus so langen Wörtern wie „Generalstaatsverordnetenversammlung“ oder „Unprämonstratenserinnenschaftlichkeit“, dann ist man als Lektor oder Übersetzer bei so einem Deal schnell der Dumme.

Jedenfalls: Als ich wieder atmen konnte, habe ich mir die Seite mal etwas genauer angeguckt (deren Namen ich hier nicht nennen möchte, denn wenn die Seite durch meine Schuld mehr Traffic erhält, sehen sich die Verantwortlichen u. U. genötigt, mehr Artikel zu veröffentlichen; dafür müssen sie dann aber u. U. jemanden einstellen, der dann aber u. U. nicht für einen Hungerlohn Euro/100 Wörter arbeiten will; dann gibt es u. U. Ärger, und das will doch niemand.). Symptomatisch für die Seite war ein Artikel über Videokarten. Da der Autor offenbar keinen Bock hatte, mit 83 Cent nach Hause zu gehen, hat er den Artikel künstlich etwas aufgebläht, indem er alle Features und Spezifikationen der von ihm beschriebenen Videokarten aufgelistet hat. Mit diesem Trick hat er dann wohl ungefähr 3, 50 Euro verdient. Bedenkt man, wie viel Zeit er für die Recherche, das Schreiben, das Formatieren etc. verbraten haben muss,  wird er wohl heute zu denjenigen gehören, die wieder Lotto spielen.

Na ja, Einzellfall. Könnte man meinen. Aber nö. Sieht eher nach der Regel aus. Ein weiteres Beispiel gefällig, welcher Art Angebote einen bei Bloggerjobs erwarten? Bitteschön:

2009-01-31_102348

Für einen Heiermann soll man also nicht viel mehr machen als… ALLES! Wenn ich den Ausdruck korrigieren soll und mir dann die Jobbeschreibung angucke („Englische Übersetung Korrekturlesen“), dann kann ich mir schon vorstellen, was da kommt. Zusätzlich noch die Zeichensetzung, Grammatik etc. – und das alles natürlich völlig ohne Zeitdruck. Muss ja nur „heute oder morgen gemacht werden.“ Ein Klacks also. Leicht verdientes Geld.

Hält man sich kurz vor Augen, dass ungefähr 3944 Zeichen auf einem DINA4-Blatt Platz finden (ohne Leerzeichen und mit einfachem Zeilenabstand), und teilt man diese durch 6 (eine von mir willkürlich festgelegte Anzahl von Zeichen in einem durchschnittlichen englischen Wort), dann erhält man als Ergebnis 788,8 Wörter. Der Text von Chris dürfte dann wohl knapp eine Seite füllen. Wer das für 5 Euro macht, den stelle ich sofort als Lektor bei mir ein.

Chris, das war ein guter schlechter Witz!

Ich gehe jetzt erst mal Lotto spielen…

Kalter Kaffee

Bin vor einiger Zeit im Internet über eine nette Sammlung von Kaffee-Tassen gestolpert, die ich eigentlich hier erwähnen wollte, die ich aber als Nicht-Kaffee-Trinker leider wieder vergessen hatte. Bis heute.

Wen also möglicherweise bereits kalter Kaffee nicht stört, der möge diesem Link folgen, denn es sind zu viele Tassen, als dass ich sie hier alle rüberkopieren wollte.

Auf zwei Teaser will ich aber natürlich nicht verzichten:

creativemugs10

creativemugs22

(via: Toxel)

In die Haare schmieren.

Meine Kopfhaut juckt manchmal. Daher bin ich neulich mal auf die Suche nach einem „milden“ Shampoo gegangen. Als Neuling auf diesem Gebiet habe ich mich natürlich erst mal an den Verpackungen und den Namen orientiert. Als ich dann einige Kandidaten in die nähere Auswahl gezogen hatte und mir mal genauer angucken wollte, was denn da so drin steckt, musste ich mich sehr wundern.

Obwohl auf allen Flaschen der Verwendungszweck, die Wirkung, der Haartyp, die Pflege, die Hautverträglichkeit und der ganze andere Schmu auf Deutsch geschrieben standen, war das, was für mich eigentlich am wichtigsten war, auf Englisch hieroglyphiert: die Inhaltsstoffe.

Will man auf diesem Wege verschleiern, dass man den Teufel mit dem Beelzebub austreibt? Dass ich nach der Anwendung zwar keine juckende Kopfhaut mehr habe, dafür aber irgend ein anderes Leiden?

Traut man sich nicht, die Inhaltsstoffe in deutscher Sprache anzugeben oder was ist der Grund? Weiß das jemand?

Weniger ist mehr.

Dass eine Sprache „lebt“, sich wandelt und so weiter, finde ich gut. Natürlich. Muss ja auch so sein. Sonst würden ja bald alle Französisch sprechen.

Trotzdem bin ich immer ein wenig irritiert, wenn in meinem Freundeskreis mal wieder einer zum Sprach-Trendsetter mutiert und meint, ein Wort (oder einen Ausdruck), der vermeintlich gerade „hip“, „modern“, „cool“ oder sonstwas ist, so oft in einen Satz einbauen zu müssen, dass kein anderes mehr Platz hat.

Ich meine solche Dinger wie z. B. „macht Sinn“, „Netzwerk“ oder „akkreditiert“. Dabei stört mich noch nicht einmal  so sehr die Tatsache, dass diese Wörter oft falsch verwendet werden, sondern der Umstand, dass, obwohl sie seit Jahren in Frieden unter uns weilen, sie urplötzlich allgegenwärtig werden und aus jedem offenen Maul zu strömen scheinen.

Auf einmal hat man z. B. in seiner Firma keine Akkreditierung mehr für den Server-Raum und alles, was man dem Chef in einem Meeting präsentiert, macht oder macht keinen Sinn. Wie gesagt, nicht die falsche Nutzung solcher Wörter und Phrasen finde ich nervig, sondern die Schlagzahl.

Nun gibt es einen neuen Star am Hip-Wort-Himmel, den vom Gabelstapler-Fahrer, über den Tekkie bis hin zum Prof.Dr.Dr. jeder zu benutzen scheint: Haptik bzw. haptisch. Alles ist nur noch haptisch, und haptisch ist gut. Was nicht haptisch ist, ist minderwertig und zu bemitleiden.

Mein Friseur findet, dass meine Haare eine tolle Haptik haben (zumindest noch, solange sie da sind), mein Kumpel sehnt sich nach der guten alten Zeit B.C.D. (Before Compact Disc), in der die Platten noch eine geile Haptik hatten, die den CDs ja komplett fehlt, und haben die Schokoküsse in der Frischebox keine verbesserte Rezeptur, die sich positiv auf ihre Haptik auswirkt, werden sie vom Kunden verschmäht, der dann stattdessen Ritter-Sport kauft, denn die ist quadratisch, haptisch, gut.

Und wenn man nun einen langjährigen Freund in der Bude hat, der immer feinstes Hochdeutsch mit leichtem Ghetto-Einschlag gesprochen hat, und der plötzlich zum Haptiker mutiert ist und alles in der Wohnung auf seine Haptik untersucht, dann ist das so befremdlich, wie wenn mein Sohn, der momentan noch „Törö“ für Elefant und „Wuff Wuff“ für Hund sagt, morgen plötzlich „Bruttosozialprodukt“ sagen könnte.

Daher mein Tipp an alle Wort-Trend-Schöpfer und -Mitläufer: Weniger ist manchmal mehr.