Monatsarchiv: Januar 2009

Guter schlechter Witz

Auf der Suche nach einer Beschäftigung, die Geld bringt und Spass macht – auf der Suche nach dem Heiligen Gral also – bin ich irgendwann zuerst auf die Seite Bloggerjobs

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und dort dann auf ein Jobangebot gestoßen, das interessant klang. Die Anzeige lautete: „Computer Blog sucht Verstärkung“. Nachdem ich meine „Bewerbung“ abgeschickt hatte, erhielt ich eine Mail mit der Aufforderung, meine „Vorstellung von der kommenden Entlohnung“, die ich ja sicherlich hätte, mitzuteilen.

Als ich den Ball dann charmant wieder zurück gespielt hatte, bekam ich wieder eine Mail. Dieses Mal mit einer konkreten Ansage: „wir können zurzeit 1 Euro pro 100 Wörter Zahlen“. 1 Euro pro 100 Zeichen wäre schon wenig gewesen, aber dieses Angebot war… Und seit wann nimmt man  Wörter anstelle von Zeichen als Grundlage?  Besteht ein Text nur aus so langen Wörtern wie „Generalstaatsverordnetenversammlung“ oder „Unprämonstratenserinnenschaftlichkeit“, dann ist man als Lektor oder Übersetzer bei so einem Deal schnell der Dumme.

Jedenfalls: Als ich wieder atmen konnte, habe ich mir die Seite mal etwas genauer angeguckt (deren Namen ich hier nicht nennen möchte, denn wenn die Seite durch meine Schuld mehr Traffic erhält, sehen sich die Verantwortlichen u. U. genötigt, mehr Artikel zu veröffentlichen; dafür müssen sie dann aber u. U. jemanden einstellen, der dann aber u. U. nicht für einen Hungerlohn Euro/100 Wörter arbeiten will; dann gibt es u. U. Ärger, und das will doch niemand.). Symptomatisch für die Seite war ein Artikel über Videokarten. Da der Autor offenbar keinen Bock hatte, mit 83 Cent nach Hause zu gehen, hat er den Artikel künstlich etwas aufgebläht, indem er alle Features und Spezifikationen der von ihm beschriebenen Videokarten aufgelistet hat. Mit diesem Trick hat er dann wohl ungefähr 3, 50 Euro verdient. Bedenkt man, wie viel Zeit er für die Recherche, das Schreiben, das Formatieren etc. verbraten haben muss,  wird er wohl heute zu denjenigen gehören, die wieder Lotto spielen.

Na ja, Einzellfall. Könnte man meinen. Aber nö. Sieht eher nach der Regel aus. Ein weiteres Beispiel gefällig, welcher Art Angebote einen bei Bloggerjobs erwarten? Bitteschön:

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Für einen Heiermann soll man also nicht viel mehr machen als… ALLES! Wenn ich den Ausdruck korrigieren soll und mir dann die Jobbeschreibung angucke („Englische Übersetung Korrekturlesen“), dann kann ich mir schon vorstellen, was da kommt. Zusätzlich noch die Zeichensetzung, Grammatik etc. – und das alles natürlich völlig ohne Zeitdruck. Muss ja nur „heute oder morgen gemacht werden.“ Ein Klacks also. Leicht verdientes Geld.

Hält man sich kurz vor Augen, dass ungefähr 3944 Zeichen auf einem DINA4-Blatt Platz finden (ohne Leerzeichen und mit einfachem Zeilenabstand), und teilt man diese durch 6 (eine von mir willkürlich festgelegte Anzahl von Zeichen in einem durchschnittlichen englischen Wort), dann erhält man als Ergebnis 788,8 Wörter. Der Text von Chris dürfte dann wohl knapp eine Seite füllen. Wer das für 5 Euro macht, den stelle ich sofort als Lektor bei mir ein.

Chris, das war ein guter schlechter Witz!

Ich gehe jetzt erst mal Lotto spielen…

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Kalter Kaffee

Bin vor einiger Zeit im Internet über eine nette Sammlung von Kaffee-Tassen gestolpert, die ich eigentlich hier erwähnen wollte, die ich aber als Nicht-Kaffee-Trinker leider wieder vergessen hatte. Bis heute.

Wen also möglicherweise bereits kalter Kaffee nicht stört, der möge diesem Link folgen, denn es sind zu viele Tassen, als dass ich sie hier alle rüberkopieren wollte.

Auf zwei Teaser will ich aber natürlich nicht verzichten:

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(via: Toxel)

In die Haare schmieren.

Meine Kopfhaut juckt manchmal. Daher bin ich neulich mal auf die Suche nach einem „milden“ Shampoo gegangen. Als Neuling auf diesem Gebiet habe ich mich natürlich erst mal an den Verpackungen und den Namen orientiert. Als ich dann einige Kandidaten in die nähere Auswahl gezogen hatte und mir mal genauer angucken wollte, was denn da so drin steckt, musste ich mich sehr wundern.

Obwohl auf allen Flaschen der Verwendungszweck, die Wirkung, der Haartyp, die Pflege, die Hautverträglichkeit und der ganze andere Schmu auf Deutsch geschrieben standen, war das, was für mich eigentlich am wichtigsten war, auf Englisch hieroglyphiert: die Inhaltsstoffe.

Will man auf diesem Wege verschleiern, dass man den Teufel mit dem Beelzebub austreibt? Dass ich nach der Anwendung zwar keine juckende Kopfhaut mehr habe, dafür aber irgend ein anderes Leiden?

Traut man sich nicht, die Inhaltsstoffe in deutscher Sprache anzugeben oder was ist der Grund? Weiß das jemand?

Weniger ist mehr.

Dass eine Sprache „lebt“, sich wandelt und so weiter, finde ich gut. Natürlich. Muss ja auch so sein. Sonst würden ja bald alle Französisch sprechen.

Trotzdem bin ich immer ein wenig irritiert, wenn in meinem Freundeskreis mal wieder einer zum Sprach-Trendsetter mutiert und meint, ein Wort (oder einen Ausdruck), der vermeintlich gerade „hip“, „modern“, „cool“ oder sonstwas ist, so oft in einen Satz einbauen zu müssen, dass kein anderes mehr Platz hat.

Ich meine solche Dinger wie z. B. „macht Sinn“, „Netzwerk“ oder „akkreditiert“. Dabei stört mich noch nicht einmal  so sehr die Tatsache, dass diese Wörter oft falsch verwendet werden, sondern der Umstand, dass, obwohl sie seit Jahren in Frieden unter uns weilen, sie urplötzlich allgegenwärtig werden und aus jedem offenen Maul zu strömen scheinen.

Auf einmal hat man z. B. in seiner Firma keine Akkreditierung mehr für den Server-Raum und alles, was man dem Chef in einem Meeting präsentiert, macht oder macht keinen Sinn. Wie gesagt, nicht die falsche Nutzung solcher Wörter und Phrasen finde ich nervig, sondern die Schlagzahl.

Nun gibt es einen neuen Star am Hip-Wort-Himmel, den vom Gabelstapler-Fahrer, über den Tekkie bis hin zum Prof.Dr.Dr. jeder zu benutzen scheint: Haptik bzw. haptisch. Alles ist nur noch haptisch, und haptisch ist gut. Was nicht haptisch ist, ist minderwertig und zu bemitleiden.

Mein Friseur findet, dass meine Haare eine tolle Haptik haben (zumindest noch, solange sie da sind), mein Kumpel sehnt sich nach der guten alten Zeit B.C.D. (Before Compact Disc), in der die Platten noch eine geile Haptik hatten, die den CDs ja komplett fehlt, und haben die Schokoküsse in der Frischebox keine verbesserte Rezeptur, die sich positiv auf ihre Haptik auswirkt, werden sie vom Kunden verschmäht, der dann stattdessen Ritter-Sport kauft, denn die ist quadratisch, haptisch, gut.

Und wenn man nun einen langjährigen Freund in der Bude hat, der immer feinstes Hochdeutsch mit leichtem Ghetto-Einschlag gesprochen hat, und der plötzlich zum Haptiker mutiert ist und alles in der Wohnung auf seine Haptik untersucht, dann ist das so befremdlich, wie wenn mein Sohn, der momentan noch „Törö“ für Elefant und „Wuff Wuff“ für Hund sagt, morgen plötzlich „Bruttosozialprodukt“ sagen könnte.

Daher mein Tipp an alle Wort-Trend-Schöpfer und -Mitläufer: Weniger ist manchmal mehr.

Ei, Ei, Ei

Empathie ist, wenn man beim Zugucken leicht zusammenzuckt…

Der Aufprall war so hart, dass er dem Typen im wahrsten Sinne den Schuh ausgezogen hat! Aber fast noch witziger als alles andere finde ich, dass der Kameramann nach der Nussknacker-Suite noch seelenruhig ranzoomt, um dem Zuschauer einen besseren Einblick in die Leiden des jungen Wilden ermöglichen zu können. Grandios!

Vorleser

Bin ja oft mit Bus und Bahn unterwegs. Nutze die Zeit dann gerne, um zu lesen. Ja ja, alter Streber, ich weiß. Habe aber nicht immer ein Buch dabei und steige in solchen Fällen dann immer auf das um, was die ganzen Kiddies um mich herum auch machen: Musik hören via Handy. 

Nun habe ich aber etwas tolles Neues für mich entdeckt: Die Vorleser.

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Hörbücher für lau als mp3 und in CD-Qualität. Runtersaugen, aufs Handy laden – und die KVB kann kommen. Echte Alternative zur Dauerbeschallung und obendrein noch zeitvekürzender als diese.

Bleibt alles anders

Tja, was soll ich sagen? „Ich bin wieder da!“ ist wohl nicht ungemein aussagekräftig, wenngleich sehr zutreffend. Irgendwie bin ich in so eine Art Auszeit reingerutscht, die zunächst völlig harmlos als Zeitnot daherkam. Vergleichbar mit dem Training im Fitnessstudio, das man das eine Mal sausen lässt, weil man keine Zeit hat, ein anderes Mal, weil man eingeladen ist, ein drittes Mal, weil es etwas Wichtigeres gibt… und am Anfang ist man noch echt traurig, dass man keine Zeit hat, gepaart mit einer Art von schlechtem Gewissen, dann sagt man sich „Morgen aber!“, woraus dann auch nichts wird, allmählich hat man dann nur noch die Hoffnung, dass man nicht einrostet und am Schluss ist man froh, dass man Zeit für andere Dinge hat (und nicht ins Studio muss). Aber irgendwann geht man dann eben doch wieder hin…

Und da bin ich dann also wieder. Etwas angerostet, etwas träge, aber motiviert. Und planlos wie zuvor. 

Nach diesem Präludium geht es nun also wieder in unregelmäßigen Abständen los mit dem Konglomerat aus  Unwichtigem und Überflüssigem. Wer das vermisst hat, dem danke ich für die Treue. Wer neu hinzugekommen ist, der kann noch fliehen – noch ist Zeit…

Und weil’s so schön ist, hier noch was zum Lachen: