Projekt Gutmensch

Vor einigen Tagen bin ich beim Surfen auf eine Aktion von Google aufmerksam geworden, die ich sehr interessant fand – das Projekt 10100:

Mit dem Projekt 10100 suchen wir nach Ideen, die so vielen Menschen wie möglich helfen und dadurch die Welt positiv verändern.

Schönes Projekt. Und weil es so ein schönes Projekt ist, hat man sich auch nicht lumpen lassen und ein passend schönes Werbefilmchen veröffentlicht:

Da habe ich so bei mir gedacht: Mensch, du hast doch noch so ein Projekt in der Schublade liegen, das vielen Menschen zugute kommen könnte, wenn es realisiert würde. Schick es doch mal ein. Was könnte dir Schlimmeres passieren, als dass es abgelehnt wird?

Euphorisch und zugleich aufgeregt darüber, bald ein Teil des Projekts Gutmensch zu sein, hatte ich schon das Formular ausgefüllt…

als ich – weil ich meiner Bewerbung kein YouTube-Filmchen beilegen wollte – zum letzten Punkt kam:

16. Ich stimme den Nutzungsbedingungen von Projekt 10100 zu.

Zuerst hatte ich es einfach angeklickt, dann aber gedacht: Das ist kein Account bei StudiVZ, wo man mit deinen Daten ohnehin macht, was man will, egal ob du einverstanden bist oder nicht. Habe daraufhin also das Häckchen wieder entfernt und mir mal die Nutzungsbedingungen durchgelesen. Dort stand nun u.a. dies:

Als Bedingung für die Teilnahme erteilen Sie Google sowie ihm verbundenen Unternehmen, Beauftragten und Partnerfirmen eine unbefristete, unwiderrufliche, weltweite, gebührenfreie und nicht-exklusive Lizenz zur Nutzung, Vervielfältigung, Anpassung, Veränderung, Veröffentlichung, Weitergabe, öffentlichen Aufführung, Erstellung abgeleiteter Werke und öffentlichen Ausstellung des von Ihnen eingereichten Materials und des darin enthaltenen Vorschlags (1) zum Zweck der Beurteilung Ihrer Idee durch Google, den Beirat und die Nutzer für die Zwecke dieses Aufrufs, (2) in Verbindung mit Werbung und Promotion durch Kommunikation an die Öffentlichkeit oder an sonstige Gruppen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf das Recht zum Erstellen von Screenshots, Animationen und Videoclips für Werbezwecke sowie (3) zum Zweck der Realisierung des von Ihnen eingereichten Vorschlags. (meine Hervorhebung)

Aha. Und unter den FAQ findet sich dann noch dieser schöne Passus:

F: Was bekomme ich, falls meine Idee ausgewählt wird?
A: Für Sie springt viel gutes Karma dabei heraus. Und die Befriedigung darüber, dass Ihre Idee tatsächlich Hilfe für sehr viele Menschen bedeuten kann.

O.K. Also, nur damit ich das richtig verstehe: Google fordert mich auf, eine Idee einzureichen, von der ich meine, dass sie die Welt verändern könnte. Stellt sich später heraus, dass meine Idee tatsächlich diejenige welche ist, werden irgendwelche Unternehmen mit der Umsetzung der Idee – sprich: mit dem Geld verdienen – betraut und ich geh leer aus. Die Antwort auf meine oben gestellt Frage lautet daher wohl: Schlimmer als das Ablehnen meiner Idee, wäre der Klau meiner Idee!

Nee, da starte ich lieber mein eigenes Projekt. Es heisst: Schickt mir euer Geld, ich kann’s gebrauchen…

Teilnahmebedingung: Jeder Teilnehmer muss solvent (d.h. das von ihm oder in seinem Auftrag überwiesene Geld gehört nachweislich ihm selbst) sein, verzichtet bei der Überweisung seines Geldes an mich auf jeglichen Anspruch auf das Geld und darf es, zu welchem Zeitpunkt auch immer, nicht mehr zurückfordern. Der Mindestbetrag, der überwiesen werden muss, um sich für die Teilnahme zu qualifizieren, ist 1 Euro.

Über das Projekt: Ich werde das Geld nutzen, um mindestens einer, mir bekannten Person ein schönes Leben zu gestalten.

Nobel, oder?

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