Monatsarchiv: September 2008

Neue Wege

Auf der Suche nach neuen Wegen, um meinen Blog bekannter zu machen, stoße ich immer wieder auf interessante Anregungen.

Ich könnte zum Beispiel anfangen zu stammeln. Ich würde dann im „Möchte-Gern-Dass-Du-Glaubst-Dass-Ich-Im-Ghetto-Aufgewachsen-Bin-Denn-Das-Verleiht-Mir-Authentizität-Und-Steigert-Die-Verkaufszahlen-Meiner-Platten“-Style über irgendeinen degenerierten, freuenfeindlichen Scheiss stammeln und das Ganze dann mit debilen Beats unterlegen. Anschliessend würde ich mit meiner Midlife-Biographie auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste in der Rubrik Märchen Sachbuch stürmen. Dann hätte ich genügend Bekanntheit erlangt, um jeden Tag schön viele Leute auf meinem Blog begrüssen zu dürfen.

Oder, etwas einfacher: Ich lerne kochen. Scheint auch zu funktionieren, wie Nicole Stich eindrucksvoll beweist…

Heikel

Nach Salman Rushdie und den Dänen hat es nun eine weitere Person geschafft, sich die Möglichkeit auf eine Ehrenmitgliedschaft im Islam zu verscherzen:

Muhammad Sven Kalisch bildet Islamkundelehrer aus. Seit er Zweifel äußerte, ob Mohammed wirklich gelebt hat, gilt er Islamverbänden als Frevler und sieht sich bedroht. Nun solidarisieren sich über 80 prominente Muslime und Wissenschaftler mit dem Münsteraner Professor.

Er hat sich den Zorn islamischer Verbände zugezogen, er soll keine Islamkundelehrer mehr ausbilden und sieht sein Leben in Gefahr. Jetzt stellen sich mehr als 80 Wissenschaftler, Autoren und Vertreter religiöser Gruppen hinter den Islamtheologen Muhammad Sven Kalisch, erster Inhaber des Lehrstuhls für „Religion des Islam“ am Centrum für Religiöse Studien der Universität Münster.

Herr Kalisch sollte sich über diese Unterstützung aber nicht allzu sehr freuen, denn ich kann nicht ganz erkennen, ob ihm die 80 Sympathisanten tatsächlich wohlgesonnen sind. Sollten sie sich nämlich in diesem Fall nicht eher VOR als HINTER ihn stellen? Heikle Sache jedenfalls, schwierig zu entscheiden. Ich möchte daher lieber nicht in Herrn Kalischs Schuhe stecken…

Temposünder

Vor einigen Tagen war dieses Video in aller Munde:

Damit hat sich der Adrenalin-Depp natürlich strafbar gemacht. Wogegen er genau verstoßen hat, erfährt man beim Spiegel:

Der Extremsportler hatte sich von einem Motorrad auf die Autobahn 8 ziehen lassen und war dann mit Tempo 100 den „Drackensteiner Hang“ hinuntergerast. Dort ist wegen des starken Gefälles nur Tempo 80 erlaubt.

Immer diese Raser! Zum Glück hatte er aber einen Helm an…

Wunsch-Angestellter

Wenn ich einen Job zu vergeben hätte, für den man enorm starke Nerven und einen kühlen Kopf bräuchte, bei dem man auch mal Entscheidung fällen können müsste, die wehtun, und bei dem man auch unter enormsten Druck imstande sein müsste, sachlich und ruhig zu agieren – dann würde ich den Job David Wilson geben!

Dieser 38-jährige Aussi kenterte beim Kajakfahren, wurde dabei von der Strömung unter einen Baum gedrückt und drohte zu ertrinken. Ganz wie im „Alle meine Entchen“-Lied, hing er mit seinem Köpfchen unter Wasser und versuchte verzweifelt,

sich aus dem engen Cockpit seines Bootes zu winden. Aber die Strömung des Kiewa war so brutal, dass er sich kaum drehen und wenden konnte. Eine Richtung ging – und da waren die Beine im Weg. Jetzt wurde die Luft langsam knapp. Verzweifelt stemmte er sich noch einmal gegen die Strömung – keine Chance. […] Gegen die Gewalt des Wassers kam er nicht an – aber wenn er diese Kraft nutzte, um seine Beine zu brechen? Er hatte nur noch Sekunden. Stemmte sich wie zuvor gegen den Rand des Boots, das ihn gefangen hielt. Lehnte sich weiter in die Strömung. „Ich versuchte, den Hebel so groß zu machen, wie es nur ging. Und hoffte, dass die Beine brechen würden.“ […] Die letzten Sekunden seines Lebens liefen. Und dann knackten die Knochen im linken Bein, knapp unterhalb des Knies, Schienbein und Wadenbein, glatt durch.

Dass die Tortur für ihn an dieser Stelle noch nicht zu Ende war, interessiert hier nicht weiter, denn den Job würde er auch so schon von mir bekommen.

Eden

Ich habe so das Gefühl, dass die Bibel doch Recht hat!

Im zweiten Kapitel des ersten Buch Moses wird der Garten Eden beschrieben, ein Ort, an dem Mensch und Tier friedlich nebeneinander leben. Und in der Offenbarung des Johannes wird, naja, wie soll ich sagen, das genau Gegenteil beschrieben: Der Untergang der Welt. An den sich dann wieder ein Garten Eden anschliesst. Ein Kreislauf sozusagen.

Jedenfalls: Ich habe den Eindruck, dass so eine Art biblisches Szenario „Light-Version“ sich bereits zuträgt. Da kommt auf der einen Seite Ike daher und bläßt in Texas mal eben im Stile des Wolfes bei den drei kleinen Schweinchen die Holzhütten der Amis weg, und an den Polen schmelzen durch den Treibhauseffekt die Eismassen dahin.

Und auf der anderen Seite schläft ein Löwe friedlich inmitten von Menschen in einer Kirche:

Aus Angst vor dem Hurrikan „Ike“ hatten sich Menschen in eine Kirche geflüchtet und dort geschlafen. Neben ihnen schlummerte eine gefährliche Raubkatze friedlich vor sich hin.

(Bild: Welt)

(Ich sehe zwar keine Menschen in der Kirche, und auch der Fotograf scheint sich nicht gerade in kuscheliger Nähe zu dem Löwen zu befinden. Aber egal. Die Zeichen sind unverkennbar.) Und ich könnte mich irren, aber ich meine, vorhin einen Eisbären an meinem Fenster vorbeilaufen gesehen zu haben.

Jedenfalls habe ich jetzt erstmal die Heizung angemacht. Vor lauter Kälte fange ich nämlich sonst noch an, Stuss zu verzapfen und bekomme womöglich noch Wahnvorstellungen oder Halluzinationen…

Würde ich kaufen!

Wenn das Ding mal auf den Markt kommt, werde ich es mir auch kaufen – vorausgesetzt, es ist bezahlbar.

(Bilder: Yanko Design, Quelle: Gizmodo)

Es gibt zwar Visitenkarten, die kleine Kunstwerke sind. Die meisten schmeiße ich aber weg, nachdem ich mir die Telefonnummern in meinem Handy gespeichert habe. Hm. Vielleicht brauche ich so ein Ding dann doch nicht…

Grabräuber

Also:

1. Seit gefühlten Wochen lese ich nun täglich über die Finanzkrise in den USA.

2. Aus dem Physikunterricht ist mir noch das dritte newtonsche Gesetz in Erinnerung geblieben, und der Energieerhaltungssatz.

Als Laie stelle ich mir daher nun die folgende Frage: Wenn ich die physikalischen Gesetze zugrunde lege – wie kann ICH dann von der Finanzkrise profitieren? Auf Deutsch: Das verlorene Geld der Banken befindet sich immernoch in dem abgeschlossenen System Erde. Und wenn auf der einen Seite einer einen Nachteil erleidet, muss es auf der anderen Seite jemanden geben, der profitiert.

Freiwillige Finanzberater vortreten und Antwort posten!