Was soll das?

Arbeiten in den Werbe-Agenturen heutzutage eigentlich nur noch Typen – und zwar Typen mit zu viel Testosteron???

Wenn ich mir die Werbung für Kinder-Schokoriegel so angucke, dann gewinne ich leider immer mehr den Eindruck. Gleichzeitig frage ich mich, wer in den beauftragenden Unternehmen die bescheuerten Werbefilmchen eigentlich absegnet.

Habe seinerzeit gedacht, die von Maxi-King seien die einzigen gewesen, die zu lange Urlaub in Majak gemacht hätten.

Halbnackte Weiber, debile Pimps – genau das, was die Kids mit Maxi King in Verbindung bringen sollten. Und der Text, erste Sahne:

MAXI KING, allright, cooler als der Kaiser, sein Style unvergleichbar.
MAXI KING, so nice, harte Schale, weicher Kern, ihn haben alle Ladys gern.
MAXI KING, allright, er ist euer Star und macht gute Laune klar.
MAXI KING, so nice, harte Schale, weicher Kern, ihn haben alle Ladys gern.

Aber anscheinend habe ich mich geirrt, denn nun fängt der nächste Kinder-Proviant-Zulieferer an, seinem Produkt eine laszive erotische Note zu verpassen:

Ich frage mich: Was soll das? Oder bin ich etwa…oh nein…ein SPIESSER???

Advertisements

3 Antworten zu “Was soll das?

  1. Nein, ich glaube „Spießer“ ist nicht die richtige Auswahl.
    Du hast einfach nicht begriffen, dass die Werbeleute nicht begriffen haben, was die Firma ihres Auftraggebers bedeutet.
    Hätten sie zu „Kinder“(n) die richtige Assoziation entwickelt, wäre es zu solcher Werbung nicht gekommen.
    Vielleicht ist es aber auch nur ein Kollateralschaden der Globalisierung. Der Auftraggeber hat die Werbung international ausgeschrieben, und die Werbung kommt von einem amerikanischen Unternehmen, das die Botschaft in der Firma seines Auftraggebers nicht verstanden hat.

    Wie es auch sei: Letztendlich betrübt, dass der Auftraggeber offensichtlich bei der Abnahme das Werk gar nicht überprüft hat – dann ist mit dieser Werbebotschaft aufgedeckt, dass der Verantwortliche bei dem Auftraggeber Leistungen vergütet bekommen hat, die er offensichtlich nicht erbracht hat.
    Vielleicht wird das bei dem Auftraggber zum Anlass genommen, in seinem eigenen Laden auszumisten! Nötig wär’s.

  2. Pullipräsident

    Ach, alter Hut. Hier wird per Werbung eine ältere Zielgruppe vorgegaukelt, so dass das Produkt für die eigentliche Zielgruppe „cool“ erscheint.

    Dafür bedient man sich bekannter Motive und Stereotypen aus der jeweils -naja- angesagten Popkultur. Dass diese momentan grad mit sexistischen, egoistischen und non-p.c.-Elementen agiert, macht die Sache halt aus „Erwachsenensicht“ schlimm, aber -mal ehrlich-, die Musikvideos, welche die lieben Kleinen (wobei wir bei dieser Werbung und der Produkplatzierung definitiv über „Schulkiosk“-Kundschaft reden) auf VIVA und co. sowie auf Youtube und weiss der Geier wo sehen, sind da doch andere Kaliber. Stichwort Berlin-HipHop.

    Natürlich ist neben dem gallopierenden Sexismus speziell das „Schokoladedurchstoßen“ und die herunterlaufende Karamellsoße im Kontext der Cuttings etwas -ähem- gewagt (und sogar milde rassistisch?), aber vermutlich bemerken das die Kids gar nicht (und wenn, dann ist das cool, weil’s die Eltern unmöglich finden). Gehen die halt ganz naiv ran, wie ja auch die Comments zum anderen genannten Spot auf http://www.youtube.com/watch?v=q9B4ox8z6bY zeigen.

    Vermutlich hätte ich als Kiddie vom Land vor knapp 40 Jahren auch die Afri-Cola-Spots nur „bunt und lustig“ gefunden.

    Tja, eigentlich schade um das schöne Koks, wenn die Zielgruppe gar nicht die „schönen“ Ideen der Werber versteht.

  3. @ Quirl: Sollten die Werbefilme tatsaechlich von irgendjemanden ohne Kontrolle durchgewunken worden sein, waere ich fast geneigt, das Unternehmen mal anzuschreiben und zu fragen, was sie mit der Werbung eigentlich bezwecken wollen bzw. welchen Kundenkreis sie ansprechen. Leider klingt aber das, was Pullipraesident schreibt, nachvollziehbar und einleuchtend. Vermutlich ist es tatsaechlich so, dass die Unternehmen – um jeden Preis! – ihr Produkt an den Mann bringen wollen. Frage mich nur, wie das mit dem Marken- bzw. Firmenimage vereinbar ist. Ist ja nicht so, dass, auch wenn es die Kiddies nicht merken, es den Eltern entgehen wuerde, was da zur besten Kinder-Fernseh-Guck-Zeit so ueber den Bildschirm flimmert…

    @ Pullipraesident: Mit deinem letzten Satz hast du den Nagel auf den Kopf getroffen! 🙂
    Nur in Bezug auf den Vergleich mit den Musikvideos wuerde ich dir ein kleines bisschen widersprechen. Die Kinderschokolade ist ja in erster Linie fuer Kinder bestimmt – etwas, worauf die Eltern geeicht sind. Dies gilt fuer Rap-Songs nicht. Da gibt es ja auch entsprechende Hinweise auf den CD-Huellen. Die Werbung fuer Kinderschokolade und z.B. die Analverkehr-Songs von Sido miteinander zu vergleichen, halte ich daher fuer nicht plausibel. Aber im Kern stimme ich dir zu: Die Dinge, denen die Kinder bereits am Vormittag ausgesetzt werden (koennen), haben schon lange ein hinnehmbares Mass in Bezug auf Sex und Gewalt ueberschritten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s