Marek’s Traumwelt

Ich bin freiwillig gesetzlich versichert – und somit hat es mich nicht überrascht, als ich neulich in einer Arztpraxisauch denn auch mal den faden Beigeschmack des inzwischen vorherrschenden Zwei-Klassen-Systems kosten durfte. Während ich fast drei Stunden auf meine Behandlung gewartet habe, wurden immer neue Gestalten am Wartezimmer vorbei direkt in den Behandlungsraum geschleust.

„Nicht schön“ – mag sich der eine oder andere denken -, „aber die finanzieren ja auch den Porsche.“ Naja, wie auch immer. Jedenfalls lese ich gerade, daß die Ersatz-Götter mehr Geld für sich fordern: 

Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hat die Bundesregierung aufgefordert, die in Aussicht gestellte Erhöhung der Ärztehonorare um 2,5 Mrd. Euro gegen den Widerstand der Kassen durchzusetzen. „Ärzte müssen für medizinisch notwendige Leistungen gerecht vergütet werden, damit sie nicht gezwungen sind, immer mehr auf privat finanzierte Zusatzleistungen auszuweichen. Das ist wichtig für die medizinische Versorgung und für das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Ärzten“, sagte Hoppe der FTD. „Die Politik sollte zu ihrer Zusage stehen und dafür sorgen, dass das zugesagte Geld auch wirklich kommt.“

Nun kenn ich mich nicht sonderlich gut aus, was das Gesundheitswesen, die Berechnung der Ärztehonorare, die Kosten für die Krankenkassen etc. betrifft. Ich habe aber Augen im Kopf und sehe, daß wir langsam aber sicher auf einen Zustand hinsteuern, der sich nicht mehr von dem in den USA unterscheidet. (Was ich damit meine, kann man hier oder hier sehen.) Jedenfalls stelle ich mir in meiner oben bereits zugegebenen Unwissenheit und Naivität folgende Frage:

Warum verbeamtet man Ärzte nicht einfach? Man bietet ihnen nach dem Studium die Möglichkeit, für ein Festgehalt, bei einer schönen 40-Stunden-Woche und 30 bezahlten Urlaubstagen im Jahr eine Festanstellung in einer Praxis anzunehmen. Man könnte dann sogar eine Praxis 24/7 betreiben, indem man einfach einen 3-Schicht-Betrieb einführt. So schafft man auch neue Arbeitsplätze und entlastet zudem die Krankenhäuser.

Diese Praxis steht dann unter staatlicher Obhut und wird von den Krankenkassen oder – wie sonst alles – vom Steuerzahler finanziert. Fertig ist der Kuchen. Keine Beschwerden mehr über das Gehalt, außer vielleicht in Form des üblichen Ich-will-ich-will-ich-will-mehr Geld-sonst-streike-ich-Gewerkschafts-Geplänkels, keine Amnesie mehr in Bezug auf den Hippokratischen Eid, keine Zwei-Klassen-Patienten-Gesellschaft mehr. Ein Problem weniger in Deutschland.

Einwände?

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2 Antworten zu “Marek’s Traumwelt

  1. Netter Gedanke aber ich denke letzlich ist es wie bei den Beamten auch.

    Die werden sich niemals selber abschaffen und genauso wenig wird der Anteil der Ärtzewelt die gut verdient (eigene Praxis, guter & aus Doc-Sicht attraktiver Kundenstamm) sicherlich keinerlei Lust verspüren so ein Ansatz zu unterstützen …. da man ja letzlich sich selber schlechter stellen würde.

    Klingt nicht sozial, isses auch nicht, aber soviel Sozialgedanke kann man eh kaum mehr erwarten, leider.

  2. Hallo Fidel,

    dann muesste man das Ganze eben ohne die Zustimmung bzw. Unterstuetzung der etablierten Aerzte durchfuehren. Man greift die Studenten kurz nach ihrem Examen ab, bietet ihnen eine Stelle und weisst sie darauf hin, welche Hindernisse zu ueberwinden sind, bevor sie sich selbsstaendig machen koennen.

    Da die fuer sie bestimmten Praxen ausserdem unter staatlicher Obhut stehen sollen, kann ich mir nicht vorstellen, dass die niedergelassenen Aerzte etwas dagegen ausrichten koennten.

    Positiver Nebenefekt waere vielleicht, dass sie die Kassenpatienten in Zukunft wieder etwas besser behandeln, wenn sie ihnen erstmal in Massen davonlaufen.

    Also, wann beginnt die Revolution? 😀

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