Kinogutschein zu verschenken!

Diesen Gutschein erhält der Erste, der die beiden unten gestellten Aufgaben löst und mir seine Lösung bis Montag, den 25.08.2008 zusendet. Die Aufgaben sind dabei kaum schwerer zu lösen, als die auf 9Live. Also: Auf die Plätze, fertig, los!

1. Du must erraten, welcher Film mit den unten angegebenen Phrasen beschrieben wird.

2. Du must die unten angegebenen Phrasen aus dem Kauderwelschischen ins Hochdeutsche übersetzen:

– „tiefschwarze Hommage“

– „deutschen Multiplexe“

– „zerebrale Spektakel“

– „bisweilen fast prätentiös“

– „in jeder stilisierten Sequenz“

– „retrograden Amnesiethriller“

– „prominenteste Nemesis“

– „Als freies Radikal in einer ohnehin explosiven Versuchsanordnung“

– „anarchistischer Advokat des Chaos“

– „Trotz ihrer nihilistisch-beschwingten Punkattitüde erlangt die Figur dank Ledger eine Transzendenz, die sie dem konventionellen Kriminalplot entrückt“

– „Vom Dualismus der beiden Antagonisten lässt sich ebenso flott reden wie von ihrer fatalen Symbiose“

– „die existentialistische Haltung des zweifelnden Helden“ 

P.S.: Lieber Herr Kleingers,

es ist schön zu sehen, dass sie ein studierter Mann sind! Ich frage mich nur, ob ihre Leser das auch alle sind. Vor allem diejenigen, die sich den von ihnen rezensierten Film noch angucken wollen. Ich habe den Film selbst noch nicht gesehen, bin aber überzeugt davon, daß es an ihrer Filmkritik nichts auszusetzen gibt, die ist bestimmt zutreffend und gut – oder etwa doch nicht?

Ist sie vielleicht genauso nichtssagend und abgedroschen, wie die vieler ihrer Kollegen? Und deswegen in diesem Jargon verfasst? Versuchen sie etwa mit ihren Alliterationen, Antithesen und Asyndeta, ihren Bildern, Chiffren und Wortspielen, ihren Fremdwörtern und in pseudowissenschaftliches Gewand gekleideten Binsenweisheiten und Unsinnigkeiten […] – versuchen sie etwa damit Eindruck zu schinden, um zu verschleiern, daß sie auch nicht mehr zu sagen haben, als die anderen Rezensenten? Haben sie es unter Umständen sogar darauf abgesehen, in einem möglichen zweiten Teil von Eleganter Unsinn direkt als erster namentlich erwähnt zu werden?

Wenn ja, dann herzlichen Glückwunsch! Sie haben einen großen Schritt in die richtige Richtung getan. Falls nicht, dann würde ich mir gerne erlauben, ihnen einen Tipp zu geben: Sie sollten darauf achten, daß sie erkennen, wer der Adressat ihrer geistigen Ergüsse ist. Anderswo werden Leute wie sie gefeiert, die nichts oder wenig zu sagen haben, dies aber so wundervoll in eine pseudo-intellektuelle und -wissenschaftliche Sprache verpacken können, daß einem nichts anderes übrigbleibt, als ihren Beitrag zu beklatschen – und zwar deswegen, weil man nichts verstanden hat und glaubt, das läge an der eigenen Unwissenheit. Wieder anderswo gibt man sich die größte Mühe, das, was man zu sagen hat, in möglichst vielen Fremd- und Fachwörtern zum Ausdruck zu bringen, um sich einen elitären Anstrich zu verpassen.

Mir leuchtet ja ein und ich sehe es genauso, daß Fachsprache nötig ist – wenn ich ein Fachpublikum anspreche! Aber doch nicht bei der Rezension eines Batman-Films auf Spiegel-Online! Ich entnehme daher ihrem Fazit zum Film eine Bewertung, die ich gerne als Fazit unter ihren (bzw. meinen) Artikel setzen möchte: „bleischwer erzählt“.

P.S.S.: Der Artikel von Herrn Kleingers hat mich auf eine Idee gebracht. Wer hätte Lust, mit mir ein (Online-)Wörterbuch für Aufschneider, Hochstapler und Klugscheißer zu verfassen? Ihr schickt mir einfach ein leichverständliches hochdeutsches Wort zusammen mit seiner „Übersetzung“, und ich veröffentliche es hier auf dem Blog in alphabetischer Reihenfolge. Wer dann mal ein Wort benötigt, das ihm in der „Normalform“ zu schnöde ist, der guckt hier nach, ob er ein dazu passendes à-la-Kleingers-Wort findet…

Ich fang mal ganz spontan und unsortiert an:

überflüssig – redundant

feststellen – konstatieren

ungefähr – grosso modo

kurz (in wenigen Worten) – in nuce

veraltet, ungebräuchlich – obsolet

undurchsichtig – opak

wechseln – changieren

mit Unterbrechung erfolgend – intermittierend

sammeln (speichern) – akkumulieren

ansteckend (giftig) – virulent

heilig (göttlich) – numinos

sympathetisch – mitfühlend

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2 Antworten zu “Kinogutschein zu verschenken!

  1. Hehe,

    na ja… wenn du anfangen magst geistige Masturbation anzuprangern, womit du ja nicht unrecht hast, könntest du auch gleichzeitig das ganze Internet ausdrucken. Ich schätze mal in den nächsten Jahren wird die Gegenöffentlichkeit im Internet (Blogs&Co) immer mehr an Einfluss gewinnen, und dadurch wird auch der Ton wieder ein anderer werden. Bis dahin darf man sich wohl täglich über den Ranz der SpOn-Redakteure aufregen.

  2. Hallo Sojus!

    Irgendwo muss man ja mit der Kritik anfangen. 🙂 Und wenn da einer daherkommt und denkt, er muesse sich nun als „Intellektueller“ outen und seine Leser mit so einem abgehobenen Mischmasch aus Erstsemester-Vokabular der Medienwissenschaften, in pseudowissenchaftliche Kleider gezwaengte Binsenweisheiten und einer grossen Menge an unsinnigen Aussagen „vergewaltigen“, dann ist ein Wort der Kritik doch wohl angebracht, wie ich finde! 🙂

    Frueher hat man sich die Zeitung gekauft, sie gelesen, sich ueber dies und das geaergert, einen Leserbrief verfasst, abgeschickt, auf seine Veroeffentlichung gewartet, und gewartet, und gewartet, sich wieder geaergert, wieder einen Brief geschickt… bis man gemerkt hat, dass die kritischen Briefe nie veroefentlicht werden. Das hat man dann hingenommen und sich nur noch fuer sich geaergert oder die Zeitung gewechselt…
    Heute ist das etwas anders, und in diesem Punkt stimmen wir ueberein: Durch Blogs, Twitter etc. hat der Leser eine ganz andere – wenn auch manchmal gefaehrliche – Macht. Er kann sich Gehoer verschaffen und die Dinge, die er kritisiert, auch anderen Lesern mitteilen. Alleine ist es nach wie vor schwierig, aber im Internet hat man schnell Verbuendete gefunden.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Wer so einen Schwachsinn von sich gibt, wie Mister Wichtig mit seinem Batman-Artikel, der hat eine mit der Kritik-Klatsche verdient! 🙂

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