Skeptisch

Ich bin skeptisch, was das Phänomen Michael Phelps angeht. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein 23 Jahre alter Schwimmer dermaßen konstant schnell schwimmen kann. Wenn ich mir die Fussball-Heinis hierzulande angucke, dann schaffen die es nicht einmal, sich innerhalb von einer Woche von einem Spiel zu erholen. Und dieser Junge schwimmt mal eben allen seinen Konkurrenten davon, ohne Müdigkeitserscheinungen, ohne Leistungseinbruch.

Als ich ein kleiner Zauberlehrling war, da wurde mir der Trick mit dem Taschentuch verraten, das man sich von oben in die geballte Faust stopft. Der Trick dabei ist, dass man auf dem Daumen einen durchsichtigen Silikon-Daumen-Hut trägt. Dieser gelangt zuerst in die Faust, anschließend wird das Taschentuch in ihn hinein gestopft und dann wird er wieder, inklusive des Taschentuchs, über den Daumen gestülpt. Alles klar? Nein? Egal!

Worauf ich jedenfalls hinaus will, ist, dass wenn schon keine verbotenen Substanzen im Körper gefunden werden, sich diese vielleicht am Körper befinden. Durchsichtige Silikon-Schwimmhäute zwischen den Fingern oder Zehen, irgendein Lotus-Blüten-Effekt-Extrakt, das das Wasser von seinem Körper abperlen lässt, irgendwas!

Jedenfalls bin ich skeptisch, dass der Junge einfach nur gut ist!

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3 Antworten zu “Skeptisch

  1. Pullipräsident

    Hier vielleicht mal etwas zur Beseitigung der Skepsis. 🙂

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,571031,00.html

    Der Kollege macht zwar stark einen auf dicke Hose, speziell, was seine Fähigkeiten zur molekularen Verschleierung angeht, aber von der Tendenz her dann doch interessant, v.a.D. da Amerika in dem Metier als am „fortschrittlichsten“ gelten darf. In Europa sind -tippe ich mal- die Deutschen und die Schweizer wissenschaftlich ganz weit vorn.

    Wenn für diese Behauptungen noch Indizien -die sehr selten ans Licht kommen- gebraucht werden, kann man z.B. den „vergessenen Skandal“ heranziehen, wo immerhin etwas konkreter an der Oberfläche gekratzt wurde:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dopingskandal_Fuentes#Dezember_2006
    „Eufemiano Fuentes selbst, wollte Le Monde nicht bestätigen, dass er für Real oder Barça gearbeitet habe, da man ihm mit dem Tod gedroht habe, sollte er bestimmte Dinge aussprechen. Er erklärte jedoch, dass er für Vereine der ersten und zweiten spanischen Fußballliga gearbeitet habe und auch Leichtathleten, Tennisspieler, Handballer und Boxer als Patienten hatte.“

  2. @Pullipraesident: Ich glaube, die bei der Welt lesen meinen Blog! 😀 Habe eben naemlich hier die Antworten auf alle meine Fragen bekommen!
    Es liegt natuerlich am „aquatischen“ Koerper von Phelps, dass dieser so schnell schwimmen kann. Dies bedeutet dann im Klartext:
    „Er ist groß (1,93 Meter), muskulös (84 Kilogramm), mit breiten Schultern und schmalen Hüften. Seine genetischen Vorteile liegen im Detail.
    Sein schlanker Oberkörper ist ungewöhnlich lang – 112 Zentimeter – während die Beine lediglich 81 Zentimeter messen, 11,5 Zentimeter weniger als beim Durchschnitt. Normalerweise sind es die Beine, die den Schwimmer etwas in die Tiefe drücken. Phelps liegt dank seines überlangen Torsos so sicher und ruhig im Wasser wie ein schlankes Segelboot und muss weniger hart arbeiten, um das Gewicht seiner Beine flach im Wasser zu halten.
    Phelps‘ Füße in Schuhgröße 47,5 nennt er selbst „Flossen“, sie lassen sich dank flexibler Gelenke um etwa 15 Grad stärker beugen als bei den meisten Schwimmern, und anders als viele Konkurrenten hat Phelps auch im Becken volle Kontrolle über die Gelenke.
    Wo die Beine des Amerikaners auf günstige Weise zu kurz geraten sind, hat er an Armen überdurchschnittliche Länge. Sind beim Durchschnittsmenschen Armspannweite und Körperlänge identisch, verfügt Phelps über 2,01 Meter Spannweite und damit über gewaltige Paddel, die den Bootskörper kraftvoll antreiben können. Bratpfannengroße Hände begünstigen den Vortrieb.
    Auch seine Rehabilitationswerte sind ungewöhnlich: Nicht nur seine durch 80 Schwimmkilometer pro Woche gewonnene Lungenkapazität, die ihm nach dem Start 15 Meter lange Gleitphasen unter Wasser gestattet, auch Phelps’ muskuläre Sauerstoffversorgung ist hervorragend. Er produziert nur wenig Laktat und kann binnen einer halben Stunde nach einem anstrengenden Rennen gut erholt in das nächste starten. Nur so ist ein Wettbewerbsmarathon möglich, in dem er im Abstand von einer Stunde zwei Goldmedaillen gewinnt.“
    Hinzu kommt: „Phelps’ Moral ist vorbildlich, sein Talent vielseitig, seine Technik exzellent, sein Siegeswille gewaltig.“

    So, jetzt duerfte dann wohl alles klar sein, oder? Nein? Wie? Woran erinnerst du dich? An die Aufsaetze ueber den zum Radfahren geborenen Koerper des Jan Ulrich, mit dessen „optimalen Hebeln“, der „perfekten Sitzposition“ und dem „sagenhaften Regenerationspotential“?

    Ich verstehe nicht, was du sagen willst!Willst doch nicht etwa behaupten, Jan haette gedopt, oder?

  3. Pullipräsident

    NEIN, ich doch nicht! Reicht völlig, wenn ein deutsches Gericht das zuletzt in einer Urteilsverkündung getan hat. 🙂

    Im Grunde unterstreicht das ja alles die Aussagen von Heredia: Phelps hat

    1. prima Anlagen für einen Schwimmer in Bezug auf Ausdauer, Erholung und Anatomie, mal aussen vorgelassen, ob auch bei den Beinen, Gelenken, Händen und Füßen nicht medizinisch nachgeholfen wurde.

    2. überaus starke Trainingsmoral und Wettkampf-„Geist“

    3. eine der besten Finanzsituationen im Vergleich mit anderen Schwimmern, vermutlich noch unterstützt vom U.S.-Staat, ergo: beste Trainingseinrichtungen, beste Materialien und nicht zuletzt:

    4. beste medizinische Betreuung und beste „Chemie“ in der direkten Vorbereitung und evtl. auch im Wettkampf.

    Die Kombination aus allem macht den „Übersportler“ Phelps aus. Genauso wie bei Lance Armstrong und letztendlich auch uns‘ Ulle.

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