Hanseuni Rostock = Death Valley

Ich hatte vor einiger Zeit mal einen Aufruf an alle Studenten gestartet, sie sollten nach Köln kommen und hier Mineralogie studieren. Die Studienvoraussetzungen waren optimal. Nun lese ich heute in der FTD über die Hanseuni Rostock und die beiden dort angebotenen Bachelor-Studienfächer Business Administration und Informationstechnologie. Zuerst dachte ich, das könnte eine ernsthafte Konkurrenz zu Köln sein, denn die Eckdaten lauten wie folgt:

Privatuniversität, Neubau, 3 (BA) bzw. keine (IT) eingeschriebenen Studenten…

Dann kamen aber jede Menge Hacken: Jeder Student muss 6000-7500 Euro berappen, pro Semester versteht sich. Klar, ist ja auch eine Privatuni. Für eine Privatuni ist diese Summe aber eigentlich auch nicht ungewöhnlich hoch. Was ist dann das Problem? Zunächst einmal benötigt die Uni 350-500 Studenten, um profitabel zu arbeiten. Wäre auch kein unüberwindbares Hindernis, wenn, ja wenn diese Studenten nicht so rar gesät wären:

„Unsere Uni bedient eine Klientel, die es in der Region nicht gibt“, sagt Hanseuni-Geschäftsführer Knut Einfeldt.

Tja, und dann kommt da noch ein etwas, hm, wie soll ich sagen, „traumhaftes“ Geschäftsmodell hinzu:

Nach dem Geschäftsmodell der Hochschule sollen Unternehmen einen Großteil der Plätze finanzieren, indem sie ihre angehenden Führungskräfte nach Rostock schicken. Das Problem: Die Hanseuni hat weder bei Firmen noch in der Hochschullandschaft einen Namen. Fast sechs Jahre suchten die Gründer vergeblich nach Investoren. Es sei „total unrealistisch“, sich mit einem Businessstudiengang für Topmanager etablieren zu wollen, sagt Christopher Jahns, Rektor der renommierten privaten European Business School. „Wer Studiengänge im Premiumsegment anbieten will, braucht Spitzenprofessoren und Top-Partner im Ausland.“

Damit kann die Hanseuni nicht dienen, genauso wenig wie mit Kontakten zu zahlungskräftigen Unternehmen. Von den drei Studenten zahlt nur einer die vollen Studiengebühren. Und der kommt von World of Medicine, einem Medizintechnikhersteller, der vor einem Jahr von Aton übernommen wurde. Immerhin: Für das neue Semester soll es bereits zwölf weitere Anträge geben. Dann gibt es einen Studenten mehr als Uni-Angestellte.

Daher: Leute, kommt nach Kölle und studiert Mineralogie! 😉

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