Fremdwort Zivilcourage

Man stelle sich vor, man liest ein Buch vom Horror-Spezialisten Stephen King. In diesem Buch beschreibt er, wie ein Passagierbus in Kanada auf seinem Weg von Edmonton nach Winniped zum Schauplatz eines entsetzlichen Verbrechens wird.

Während viele der 37 Buspassagiere schlafen, unter ihnen ein 22-jähriger Mann, sticht plötzlich der Sitznachbar des jungen Mannes auf ihn ein. Kühl und ruhig wie ein Roboter sticht er 40-50 Mal zu, in den Hals, Brustkorb, den gesamten Oberkörper. Ein Schrei wie eine Mischung aus Hundegeheul und weinendem Baby schrillt durch den Bus und weckt alle Passagiere.

Aus Angst, dass ihnen auch etwas Schreckliches angetan werden könnte, flüchten alle Passagiere, wie es ihnen der kaltblütige Killer befiehlt,  aus dem Bus. Dann legt er sein Opfer auf den Boden und trennt ihm den Kopf ab. Mit diesem geht er dann zur Eingangstür des Busses, die von den Passagieren zugehalten wird, damit der Wahnsinnige nicht fliehen kann, und präsentiert ihnen den abgetrennten Kopf.

Kurze Zeit später trifft die Polizei ein, die den Mörder nach langen Verhandlungen schließlich festnehmen kann.

O.K., wird man dann wohl sagen. Kein sehr gutes Buch des Meisters. Zu abgestanden die Story eines verrückten Killers. Zu viele Elemente eines Splatter-Films. Zu unrealistisch. 37 Passagiere im Bus und keiner hilft? Alle rennen sie vor EINEM Mann mit einem Messer weg? Unglaubwürdig!

Man denke sich Stephen King weg und die Geschichte wird zur Realität! Ich stelle mir in letzter Zeit immer häufiger die Frage, ob eigentlich Gewaltfilme die Vorlage für solche Verbrechen liefern, oder solche Verbrechen in den Filmen nur verarbeitet werden.

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