Monatsarchiv: Juli 2008

Verschiedene Sichtweisen

Es gibt immer zwei  Sichtweisen auf eine Sache: die eine und die andere.  Im Falle eines Mobilfunkanbieters aus den USA sehen die beiden Sichtweisen wie folgt aus: Smartes Unternehmen, das dem Kunden Sand in der Wüste andrehen könnte und tolldreistes Unternehmen, das den Kunden für blöd verkauft. Zu welcher Sichtweise man sich entschließt, hängt in diesem Fall maßgeblich davon ab, ob man weiss, dass es die von der Firma angebotene Dienstleistung auch umsonst gibt. Ich wusste es nicht.

Worum geht es? Eine Firma bietet seinen Kunden die Möglichkeit, auf Wunsch deren Anrufe direkt an die Mailbox der angerufenen Personen weiterzuleiten. Vorteil: Wenn man keine Lust hat, sich von Mutti wieder stundenlang detailierte Berichte über Vatis Prostatabeschwerden anzuhören oder wenn man nicht den Mumm hat, seinem Partner den Seitensprung persönlich zu verklickern oder wenn man ein Geizhals ist und lieber zurückgerufen wird, um Kosten zu sparen oder wenn man… – dann hinterlässt man einfach eine Nachricht auf der Mailbox. Und tut so, als hätte man angerufen und niemanden erreicht. Netter Service. Hätte ich bestimmt schon mal benutzt, wenn ich von ihm gewusst hätte.

Und was soll der Spaß kosten? Wenn der Anruf-Faker 10 Sekunden Werbung über sich ergehen lässt, bevor er zur Mailbox durchgestellt wird, dann ist der Dienst kostenfrei. Ansonsten kostet er in der Premium-Variante 15 Cent pro Anruf oder 4,95 Dollar pro Monat als Flatrate.

So. Und jetzt kommt’s! Eigentlich steht dieser Dienst jedem Kunden KOSTENFREI zur Verfügung. Man muss es eben nur wissen. Und da bekanntlich alles erlaubt ist, was nicht verboten ist, verdient die Firma eben auf Kosten der Unwissenden. Und ob sie nun smart ist oder tolldreist – entscheidet selbst!

Für alle, die es interessiert, hier noch der Hinweis, wie es funktioniert: 

D1 / T-Mobile

Zwischen Vorwahl (zum Beispiel 0151) und Nummer „13“ wählen, also zum Beispiel 0151 13 1234567, um bei dem Anschluss 0151 1234567 direkt auf die Mailbox zu kommen, auch wenn das Mobiltelefon eingeschaltet und eingebucht ist.

D2 / Vodafone

Zwischen Vorwahl (zum Beispiel 0173) und Nummer „50“ wählen, also zum Beispiel 0173 50 1234567, um bei dem Anschluss 0173 1234567 direkt auf die Mailbox zu kommen, auch wenn das Mobiltelefon eingeschaltet und eingebucht ist.

E1 / E-Plus, Base

Zwischen Vorwahl (zum Beispiel 0177) und Nummer „99“ wählen, also zum Beispiel 0177 99 1234567, um bei dem Anschluss 0177 1234567 direkt auf die Mailbox zu kommen, auch wenn das Mobiltelefon eingeschaltet und eingebucht ist.

E2 / 02

Zwischen Vorwahl (zum Beispiel 0179) und Nummer „33“ wählen, also zum Beispiel 0179 33 1234567, um bei dem Anschluss 0179 1234567 direkt auf die Mailbox zu kommen, auch wenn das Mobiltelefon eingeschaltet und eingebucht ist.

(via: Spiegel)

Mein Aufreger des Tages

Die IHK hat mir als Unternehmensgründer Subventionen bewilligt. Immerhin 1000 Euro. Da kann man nicht meckern. Dafür musste ich zu Beginn der Gründung mit dem Unternehmensberater bei der IHK vorsprechen und sollte dann innerhalb einer Frist einen Tätigkeitsnachweis, die Mittelanforderung und noch ein paar andere kleinere Nachweise und Formblätter einreichen. Alles kein Problem.

Das Problem tauchte erst letzten Freitag auf und hört auf den Namen DHL. Da ich sichergehen wollte, dass die Unterlagen 1. überhaupt und 2. fristgerecht bei der IHK ankommen, habe ich sie als „Express-Brief“ mit DHL abgeschickt. Für satte 9 Euro! Er sollte am nächsten Tag, also Samstag, dort ankommen und nur gegen Unterschrift des Empfängers übergeben werden. Soweit die Theorie.

Heute ist Dienstag. Die Frist endet heute. Der Brief ist weg. Verschwunden. Am Montag habe ich bei DHL angerufen. Dort lautete die Auskunft, der Fahrer habe laut Computersystem den Brief, da er am Samstag niemanden antraf, in einen Briefkasten gesteckt. Briefkasten. Dass er sich vom Briefkasten den Erhalt nicht hat quittieren lassen können, ist wohl klar. Dass ich bei DHL von Pontius nach Pilatus weiterverbunden wurde, auch. Und auch, dass ich für die angefallenen Telefonkosten selbst aufkommen muss. Denn natürlich hat mich niemand zurückgerufen, obwohl man dies fest zugesagt hatte. Bis spätestens 15 Uhr. Das war gestern.

Heute rufe ich wieder an. Der Fahrer konnte noch nicht befragt werden; sie sind bei mir falsch; ich werde es weiterleiten; bitte schreien sie nicht so, ich kann doch nichts dafür; lassen sie mich bitte auch ausreden; wir melden uns…

To be continued…

Tag des Donners

Es gibt Tage, an denen merkt man schon bei Aufstehen, dass man irgendwie schräg drauf ist. Und bleiben wird. Bei mir ist heute so ein Tag. Irgendwie sind mir heute Dinge, die mich eigentlich nie stören, auf den Zeiger gegangen. Wenn „0″ die normale Toleranz ist und „10″ ein cholerischer Anfall mit Herzinfarktrisiko, dann hatte ich heute schon die „4″, die „6″ und die „7″. Tja, so kann’s gehen. Und plötzlich greift man zum Baseballschläger

oder zur Knarre

und mäht alles nieder.

Ich erkläre den Dienstag daher offiziell zum Tag des Nörgelns, Moserns, Zeterns, Dampfablassens und was es sonst noch so für schöne Umschreibungen für dieses befreiende Gefühl gibt, das sich einstellt, wenn man mal ohne Umschweife und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen sagt, was man zu sagen hat.

Jeder, der etwas zu meckern hat, kann dies ab sofort hier tun. Veröffentlicht werden die Aufreger immer dienstags.

(P.S.: Sollte es jemand wagen, sich über meinen Blog zu beschweren, dem schicke ich William Foster vorbei!)

Kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu

Mit diesem Mann kann man echt nur Mitleid haben! Nicht genug, dass er schielt, dann muss er wegen seines schielenden Auges auch noch – unschuldig – für 13 Jahre in den Bau. Wenn er mit seiner Klage gegen die Spanische Justiz keinen Erfolg hat, dann sollte er mal die Frau, die ihm diese Suppe eingebrockt hat, verklagen. Und zwar wegen Diskriminierung!

Trommsdorff sei Dank

Kennt ihr jemanden, der den Blutdrucksenker Emestar einnimmt. Dann könnt ihr ihm ja mitteilen, dass er sich um seine Gesundheit keine Sorgen machen muss, denn er ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei seinem Arzt in den allerbesten Händen!

Wenn er will, kann er sich bei seinem Arzt auch dafür bedanken, dass dieser ihn so schön betreut. Im Zweifelsfall wird dies aber die Firma Trommsdorff schon für ihn erledigt haben. Und zwar nicht einfach mit einem festen Händedruck oder einem Blumenstrauß sondern, so wie es sich heute gehört und wie es Veronas Franjo vorgemacht hat, mit schönen Elektroartikeln.

Je nachdem, wie sehr dem Arzt seine Patienten am Herzen liegen bzw. wie stark sein Helfer-Syndrom ausgebildet ist, bekommt er

– für 5 Patienten: Flachbildschirm 17 Zoll oder iPod mini
– für 7 Patienten: Flachbildschirm 19 Zoll oder DVD Recorder oder All-in-one-Drucker
– für 12 Patienten: Espressomaschine Jura Impressa
– für 14 Patienten: Navigationssystem Tom Tom Go 300 oder DVD Recorder mit Festplatte
– für 18 Patienten: Laptop oder Beamer oder PC + Drucker oder PC + Flachbildschirm

(via: Stern)

Die Ärzte – was für wundervolle Menschen. Halbgötter in weiß, die selbstlos Gutes tun und dafür auch belohnt werden. So ist’s richtig!

Kein Abi = Kein Studium?

Im Bereich „Internationale Konkurrenzfähigkeit“ gibt es wieder einen sagenhaften Vorstoß: Man, in diesem Fall ist es die Bundesbildungsministerin Schavan, erwägt, besonders erfolgreichen Berufstätigen ohne Abitur ein Studium zu ermöglichen. Tolle Idee!

Ich frage mich nur, ob es diese Möglichkeit nicht schon immer gegeben hat. Meines Wissens handelt es sich dabei um ein zweigeteiltes Studium, vergleichbar mit dem Bachelor-/Master-Studiengang. Den ersten Teil absolvieren die Berufstätigen an der Schule und holen dort erstmal ihr Abitur nach. Und wenn sie das schaffen, dann dürfen sie weiter an die Uni und können dort studieren.  

Wer in seinem Job erfolgreich ist und tatsächlich auch noch ein Studium absolvieren möchte, dem wird diese Idee bestimmt schon gekommen sein. Mein Vorschlag: Lasst die Leute an der Schule erstmal wieder lernen zu lernen, bevor sie an die Uni kommen und dort untergehen.

Tanke schön!

Ein eigentlich witziges Wortspiel. Eigentlich. Naja, für sich genommen finde ich es auch immer noch ganz gut. Was aber dahinter steckt, ist eine potenzierte Nervenbelastung. Denn was nervt mehr als Online-Werbung? Eine mit dümmlichen Quiz-Fragen versehene Online-Werbung, wie man sie sonst nur bei den Privaten Fernsehanstalten kurz vor den Werbepausen gestellt bekommt (um den Zuschauer bei der Stange zu halten und gleichzeitig mit unverschämt hohen Telefontarifen zur Kasse zu bitten).

Mich nerven ja schon diese Kinderfragen bei Günther Jauch, die immer zu Beginn gestellt werden. Aber da verstehe ich noch, dass sie dem Abbau der Nervosität beim Kandidaten dienen. Aber was sollen Fragen im Stile von „Wer ist Chefjuror bei DSDS? A: Dieter Bohlen, B: Dieter Rakottaarmee“ Sowas nervt doch total, zumindest diejenigen von uns, die wissen, dass B die falsche Antwort ist.

Nun haben sich die Verantwortlichen bei den Gelben Seiten gedacht, dass die Antwort-B-Tipper genau ihre Zielgruppe seien und haben eine Online-Werbung rausgehauen, die ihren Fernseh-Schwestern in nichts nachsteht.  

(via: Gelbe Seiten)

Aber das Wortspiel find ich trotzdem ganz witzig…