Recht auf Recht ad absurdum geführt?

Vor einigen Wochen habe ich ganz feste die Daumen gedrückt! Und zwar damit Magnus Gäfgen mit seiner in meinen Augen absurden Klage vor dem Europäischen Gerichtshof abblitzt. Es hat geholfen! Nun kommt der nächste Anwalt und bedient sich des alten, der Rhetorik-Kunst entlehnten Tricks: Kannst du einen Kampf nicht gewinnen, mach einen neuen Kriegsschauplatz auf und versuch dort dein Glück.

Dieses Mal geht es um einen bestimmt lieben Menschen, der, weil es ihm mental offenbar nicht so gut ging, beschloss, einen massiven Holzklotz von einer Brücke auf eine darunter gelegene Autobahn zu werfen. Er wollte bestimmt niemanden verletzten sondern  versuchte nur, wie er es wahrscheinlich in irgendeinem psychologischen Ratgeber gelesen hatte, seine negativen Schwingungen auf den Holzklotz zu übertragen und diese dann, bildlich gesprochen, mit ihm über Bord zu werfen. Aus bildlich wurde real und aus real wurde fatal. Denn obwohl man nicht erwarten konnte, dass sich zu so später Stunde und zudem noch an einem Sonntag  und dazu noch an Ostern noch Autos auf der Autobahn befinden würden, fuhr ein Auto mitten rein in den symbolischen Holzklotz. Eine Ehefrau und Mutter von zwei Kindern starb vor den Augen ihrer Familie.

Nun ist der Täter gefasst. Er hat ein Geständnis abgelegt. Der Fall ist erledigt. Doch nun tritt der Anwalt des Holzklotzwerfers auf den Plan. Und zwar mit folgendem Vorwurf gegen die Polizei:

Anwalt Matthias Koch wirft ihr vor, Tausende Daten von Mobiltelefonen ohne konkrete Anhaltspunkte abgefragt zu haben. Der Verteidiger des vermeintlichen Täters kündigte Klage gegen die Aktion an.

Im Fall des tödlichen Holzklotzwurfs von Oldenburg hat die Polizei nach Meinung von Anwälten rechtswidrig massenhaft Daten von Mobiltelefonen abgefragt. Dadurch seien Unbeteiligte in Verdacht geraten, sagte der Bremer Rechtsanwalt Matthias Koch am Dienstag. Die Oldenburger Ermittlungen seien wie eine „elektronische Rasterfahndung“ verlaufen.

Koch vertritt den 30 Jahre alten Verdächtigen, gegen den die Staatsanwaltschaft Oldenburg Mordanklage erhoben hat. Der Mann aus Rastede soll am Ostersonntag einen Holzklotz von einer Autobahnbrücke geworfen und eine Frau im Auto tödlich verletzt haben. Der Anwalt kündigte Klage gegen die „elektronische Rasterfahndung ohne konkrete Anhaltspunkte“ an.

Verdächtige wurden über Funkmast ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Generell müsste die Auswertung von Telefondaten von einem Ermittlungsrichter genehmigt werden, sagte ein Sprecher.

(via: Zeit)

Für mich sieht die Sache so aus: Wenn die Polizei Fehler gemacht hat, dann sollte sie, wie im Fall Gäfgen, dafür belangt werden, aber es sollte nicht im Sinne des Täters ausgelegt werden.

Was kommt als nächstes? Die Polizei verfolgt einen Bankräuber auf der Autobahn und der wird freigesprochen, weil die Polizei zu schnell gefahren ist?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s