Mitleid

Ein 69 Jahre alter Mann steht am Bahnsteig und wartet auf die Bahn. Mit ihm auf dem Bahnsteig warten lärmende Kinder. Als die Bahn einfährt, schubst der Mann eines der lärmenden Kinder, ein vor ihm stehendes 13-jähriges Mädchen, vor die Bahn. Sie knallt zuerst gegen die Scheibe eines Waggons, gerät dann zwischen die Waggons und überlebt nur dank eines Schutzengels.

Ich habe Mitleid mit dem Mädchen! Aber auch mit dem Mann.

Ich will seine Tat nicht verharmlosen und hoffe, dass er gerecht bestraft wird! Wenn mich als Vater eine solche Nachricht über mein Kind ereilen würde, könnte keine Macht der Welt den Täter vor mir schützen.

Aber trotzdem habe ich Mitleid mit dem Mann. Ich habe Mitleid mit ihm, weil er seines Lebens nie wieder froh wird. Es ist sogar wahrscheinlich, dass er den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen wird. Dort sterben wird. Und warum? Weil er sich für einen Augenblick nicht unter Kontrolle hatte. Weil er gereizt war (laut eigener Aussage durch die lärmenden Kinder und eine Einkaufstour mit seiner Frau). Weil ihm für eine Sekunde die Sicherung durchgebrannt ist. Weil er sich über die Konsequenzen seiner Tat nicht im Klaren war.

Nochmal: Ich will die Tat nicht entschuldigen! Es macht mich nur traurig zu sehen, wie eine unüberlegte Tat das Leben eines (bzw.  zweier) Menschen zerstören kann. Daher mein Mitleid mit dem Mann.

Mein Mitleid für das Mädchen ist jedoch ungleich höher. Aber das versteht sich von selbst!

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