Aus gegebenem Anlass

Die Milchbauern streiken. Panik setzt ein bei allen Müsli-Schauflern und Latte Macchiato-Süfflern. So weit, so egal.

Denn ich möchte diese Farce nur als Aufhänger nehmen, um mal ein ganz allgemeines Problem anzusprechen. Ich esse gern Fleisch. In meinem Kühlschrank liegt die Salami neben der Fleischwurst, der Schinken neben dem Speck, in meiner Kühltruhe das Putensteak neben dem Lamm, das Huhn neben dem Hack. Und es kommt tatsächlich manchmal vor, dass ich einen Teil davon wegschmeißen muss, weil ich es entweder nicht geschafft habe, ihn vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums zu essen oder die gekochte Menge einfach zu groß war (und ich am nächsten Tag keinen Bock mehr auf das gleiche Essen hatte). Ich nenne das Überfluss. Soweit alles klar. Jedem bekannt.

Was ich hier aber beschreibe ist eigentlich eine Frechheit! Und zwar deswegen, weil wir Lebensmittel in Mengen kaufen, die absurd sind! Die wir niemals vertilgen können! Für die sich ein Tier aber unter Umständen sein ganzes (im Glücksfall nur) kurzes Leben gequält hat! Würden wir unsere Katze oder unseren Hund übers Wochenende einem Nachbarn anvertrauen und merkten dann, dass unser so geliebtes Geschöpf die ganze Zeit in einem winzigen Käfig zugebracht hat, womöglich noch in seinem eigenen Kot, dann wäre aber was los in der Republik!

Ich will nicht auf die Tränendrüse drücken, an Dokumentation erinnern, die das Leid der Tiere schildern, denn das bringt so viel, die die Hinweise auf den Zigarettenpackungen oder die neue Kampagne der Polizei gegen Raser – kurze Betroffenheit, kurzlebige Vorsätze etwas ändern zu wollen, die noch schneller vergessen werden als die Vorsätze fürs neue Jahr. Ich verlange auch nicht, dass nun alle Vegetarier oder Veganer werden, oder was es da sonst noch so gibt, das kein Fleisch isst.

Was will ich dann? Ich will, dass Fleisch teurer wird! Ja, wenn’s geht MEGATEUER! So teuer, dass es wieder ein Luxusgut wird. Und es soll mir jetzt bitte keiner erzählen, dass man sich die Lebensmittel ohnehin schon nicht mehr leisten kann, der Euro alles schlimmer gemacht hat etc. Wer sich ein Auto leisten kann, für das das Benzin mittlerweile ein Vermögen kostet, der kann sich auch was zu essen kaufen. Es muss halt nicht immer Fleisch und nicht immer Fleisch in absurden Mengen und Variationen sein. Hiervon sind AUSDRÜCKLICH alle ausgenommen, die tatsächlich an der Armutsgrenze leben, kein Auto haben und nicht wissen, wie sie ihre Familien ernähren sollen. Da muss der Staat Abhilfe schaffen.

Der Staat bestimmt doch ohnehin schon fast alles in unserem Land. Warum dann nicht auch die Preise fürs Fleisch. Ich skizziere mal kurz, wie ich mir das vorstelle: Der Staat macht das Fleisch teuer; es wird seltener gekauft, Mutti kauft dann stattdessen wieder mehr Käse, Gemüse, Obst, alle leben gesünder; wenn es Fleisch gibt, ist wieder Sonntag und alle essen zusammen am Tisch, es wird nicht nebenbei in sich reingestopft, während DSDS läuft oder eine SMS verschickt wird; die Bauern verdienen mehr, die Viecher werden wieder anständiger gehalten, bekommen vernünftiges Futter, Fleischqualität wird besser … alle freuen sich!

Abschliessend meine Frage: Warum streiken die Bauern bei der Milch, aber nicht beim Fleisch…?

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