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Beiträge vom Oktober 2008

Memories

20. Oktober 2008 · Kommentar schreiben

Nachdem meine Frau gerade einen auf Madonna macht und seit 18 Monaten keinen Sex mehr mit mir hatte jeden Tag einige Minuten mit Work Out verbringt, muss ich mir, oft zu meinem Leidwesen, Musik anhören, die zwar besser ist, als die von Alexander Marcus – aber nicht viel besser.

Jedenfalls: Sie hatte auch heute wieder die Musik laut aufgedreht und plötzlich hörte ich ein Lied aus der Zeitmaschine aussteigen, das ich lääääääängst vergessen hatte und das aus meiner allerallerallerallerjüngsten Kindheit stammt, aus der Zeit, als Mama und Papa die liebsten Menschen auf der Welt waren, weil sie mir erlaubten, auch nach 18 Uhr noch etwas im Fernsehen anzugucken…

Für alle, die sich mit Freude erinnern oder diejenigen, die so viel Mut haben, tief in die Anfänge der 80er Jahre abzutauchen… FAME!

P.S.: Ist eigentlich ausser Lori Singer irgendjemand aus der Startformation jemals wieder in seinem Leben zu einem Vorsprechen eingeladen worden?

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Push-Up-BH

20. Oktober 2008 · Kommentar schreiben

Xing ist wie ein Push-Up-BH.

Ich habe bei Xing meinen normalen Account und einen mit einem Fake-Namen. Letzteren habe ich als erstes eingerichtet, lange her, um mal zu gucken, was Xing so kann, ohne aber direkt meine Daten preiszugeben. Diesen Account nutze ich auch heute noch manchmal, um mal zu gucken, was Leutchen so treiben, die ich von früher kenne, mit denen ich aber eigentlich nichts (mehr) zu tun haben will. Es ist einfach ein lustiger Zeitvertreib, so wie DX-Ball spielen oder zappen…

Jedenfalls: Es ist erstaunlich, was für Berufsbezeichnungen sich diese Leute geben (z.B. Executive Assistant to the Managing Director – bevor die Person ihren Beruf genannt hat, bin ich schon längst zuhause), was die für Qualifikationen haben (USA-Urlaub wird als Weiterbildung angepriesen), wieviele Sprachen die auf einmal sprechen (Niederländisch scheint momentan stark angesagt zu sein), wieviele Businesskontakte die haben (mehr als Euros auf ihrem Konto)…

Xing ist ein Push-Up-BH.

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Projekt Gutmensch

20. Oktober 2008 · Kommentar schreiben

Vor einigen Tagen bin ich beim Surfen auf eine Aktion von Google aufmerksam geworden, die ich sehr interessant fand – das Projekt 10100:

Mit dem Projekt 10100 suchen wir nach Ideen, die so vielen Menschen wie möglich helfen und dadurch die Welt positiv verändern.

Schönes Projekt. Und weil es so ein schönes Projekt ist, hat man sich auch nicht lumpen lassen und ein passend schönes Werbefilmchen veröffentlicht:

Da habe ich so bei mir gedacht: Mensch, du hast doch noch so ein Projekt in der Schublade liegen, das vielen Menschen zugute kommen könnte, wenn es realisiert würde. Schick es doch mal ein. Was könnte dir Schlimmeres passieren, als dass es abgelehnt wird?

Euphorisch und zugleich aufgeregt darüber, bald ein Teil des Projekts Gutmensch zu sein, hatte ich schon das Formular ausgefüllt…

als ich – weil ich meiner Bewerbung kein YouTube-Filmchen beilegen wollte – zum letzten Punkt kam:

16. Ich stimme den Nutzungsbedingungen von Projekt 10100 zu.

Zuerst hatte ich es einfach angeklickt, dann aber gedacht: Das ist kein Account bei StudiVZ, wo man mit deinen Daten ohnehin macht, was man will, egal ob du einverstanden bist oder nicht. Habe daraufhin also das Häckchen wieder entfernt und mir mal die Nutzungsbedingungen durchgelesen. Dort stand nun u.a. dies:

Als Bedingung für die Teilnahme erteilen Sie Google sowie ihm verbundenen Unternehmen, Beauftragten und Partnerfirmen eine unbefristete, unwiderrufliche, weltweite, gebührenfreie und nicht-exklusive Lizenz zur Nutzung, Vervielfältigung, Anpassung, Veränderung, Veröffentlichung, Weitergabe, öffentlichen Aufführung, Erstellung abgeleiteter Werke und öffentlichen Ausstellung des von Ihnen eingereichten Materials und des darin enthaltenen Vorschlags (1) zum Zweck der Beurteilung Ihrer Idee durch Google, den Beirat und die Nutzer für die Zwecke dieses Aufrufs, (2) in Verbindung mit Werbung und Promotion durch Kommunikation an die Öffentlichkeit oder an sonstige Gruppen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf das Recht zum Erstellen von Screenshots, Animationen und Videoclips für Werbezwecke sowie (3) zum Zweck der Realisierung des von Ihnen eingereichten Vorschlags. (meine Hervorhebung)

Aha. Und unter den FAQ findet sich dann noch dieser schöne Passus:

F: Was bekomme ich, falls meine Idee ausgewählt wird?
A: Für Sie springt viel gutes Karma dabei heraus. Und die Befriedigung darüber, dass Ihre Idee tatsächlich Hilfe für sehr viele Menschen bedeuten kann.

O.K. Also, nur damit ich das richtig verstehe: Google fordert mich auf, eine Idee einzureichen, von der ich meine, dass sie die Welt verändern könnte. Stellt sich später heraus, dass meine Idee tatsächlich diejenige welche ist, werden irgendwelche Unternehmen mit der Umsetzung der Idee – sprich: mit dem Geld verdienen – betraut und ich geh leer aus. Die Antwort auf meine oben gestellt Frage lautet daher wohl: Schlimmer als das Ablehnen meiner Idee, wäre der Klau meiner Idee!

Nee, da starte ich lieber mein eigenes Projekt. Es heisst: Schickt mir euer Geld, ich kann’s gebrauchen…

Teilnahmebedingung: Jeder Teilnehmer muss solvent (d.h. das von ihm oder in seinem Auftrag überwiesene Geld gehört nachweislich ihm selbst) sein, verzichtet bei der Überweisung seines Geldes an mich auf jeglichen Anspruch auf das Geld und darf es, zu welchem Zeitpunkt auch immer, nicht mehr zurückfordern. Der Mindestbetrag, der überwiesen werden muss, um sich für die Teilnahme zu qualifizieren, ist 1 Euro.

Über das Projekt: Ich werde das Geld nutzen, um mindestens einer, mir bekannten Person ein schönes Leben zu gestalten.

Nobel, oder?

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Meister

13. Oktober 2008 · Kommentar schreiben

Luke Skywalker hatte Yoda, Daniel LaRusso hatte Mr. Miyagi, Rambo hatte Colonel Trautman. Und ich habe nun auch meinen Meister gefunden, dessen Lehren ich befolgen und von dem ich mir bald ein Poster ins Zimmer hängen werde. Und wenn das Geld reicht, gibt’s auch noch einen Schrein.

Der Mann lispelt die Wahrheit, die volle Wahrheit und nichts als die Wahrheit! Deswegen gebührt ihm mein voller Respekt!

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Boxen

13. Oktober 2008 · Kommentar schreiben

Hat jemand am Samstag den Klitsch K.O. gesehen. Na dann herzliches Beileid. Langweiliger geht es kaum noch, wobei ich ja schon zugeben muss, dass Vitali ganz gut gekämpft hat, und zwar obwohl Peter vermutlich sogar gegen Fackelmann-Werbeikone Axel Schultz verloren hätte.

Jedenfalls: Jeder hat sich über den eigenartigen Boxstil ausgelassen, mit dem der Milchschnitten-Vertilger seinen Kontrahenten vermöbelt hat. Und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wo ich diese Art zu boxen schon einmal gesehen hatte. Hängende Deckung, abwartend und dann auf die 12 hämmernd.

Und dann fiel es mir wieder ein…

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Wein

8. Oktober 2008 · 2 Kommentare

Auch heute wieder habe ich den ganzen Tag im Bett gelegen und meine Tränen ergossen sich auf mein Kissen. Ein Kissen, das leider nicht mehr so prall ist, wie noch vor einigen Monaten. In ihm bewahre ich nämlich all mein Erspartes auf, habe mich aber vor einiger Zeit leider dazu überreden lassen, einen Teil davon zu investieren…in Aktien… Seitdem weine ich mich jeden Tag ins Wachkoma.

Jedenfalls: Während ich so vor mich hin weine, stellt sich mir plötzlich die Frage, wieso die Weintraube eigentlich Weintraube heisst. Weil man aus ihr Wein macht? Das würde aber bedeuten, dass man der Weintraube ihren Namen erst gegeben hat, nachdem man entdeckt hatte, dass man aus ihr Wein machen kann. Wäre doch etwas seltsam, oder?

Nachdem ich diese Frage nicht beantworten konnte, fing ich noch stärker an zu weinen…

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Aufruf zur Rettung Islands

7. Oktober 2008 · 4 Kommentare

Wenn ich bei Monopoly als unerwünschter Gast auf der Schlossallee lande, dann sind folgende Szenarien denkbar: 1. Ich habe keine Kohle und scheide aus. 2. Ich habe Kohle und zahle. 3. Ich habe keine Kohle, aber Hotels auf meinen Straßen. Die reiße ich dann ab, sacke die Kohle ein und bezahle meinen Mitspieler. 4. Ich begleiche meine Schuld, indem ich meinem Mitspieler ein paar Straßen überlasse, auf die er schon die ganze Zeit scharf ist. Nochwas? Nö. O.K.

Nun stellen wir uns mal kurz vor, ein Spieler namens Island hat einen 6er-Pasch gewürfelt, gedacht, er könne so easy an der mit einem Hotel bebauten Schlossallee vorbeiziehen, wähnte sich schon im Glück, während viele seiner Mitspieler zuvor Pech hatten und zahlen mussten… – der Spieler Island denkt sich also nichts Böses und ist daher wie vom Donner gerührt, als er fett und satt auf dem Bankrottfeld Schlossallee landet. Und nun? Was tun?

Wie oben beschrieben, gibt es nun vier Szenarien. Schauen wir uns das Ganze mal genauer an und gucken, was geht:

Islands Banken haben so viele Schulden angehäuft, dass selbst der Staat wohl nicht genug Geld hat, sie zu retten. [...]

Allein die drei größten Banken des Landes – Kaupthing, Landsbanki und Glitnir – türmten in den vergangenen Jahren durch riskante Finanzgeschäfte und eine rasche Expansion Schulden auf, die schätzungsweise zehn- bis zwölfmal so hoch sind wie die gesamte Wirtschaftsleistung des Inselvolks, das pro Jahr Waren und Dienstleistungen für umgerechnet 15 Milliarden Euro erzeugt und erbringt. Der Schuldenberg der Banken summiert sich auf 150 bis 180 Milliarden Euro.

Im Klartext: Island ist pleite und kann nicht zahlen. Szenario 1 würde hier also bestens passen, allerdings kann man Island nicht mal eben so vom Spielfeld Globus wischen, weshalb wir dieses Szenario erstmal zurückstellen wollen. Szenario 2 fällt ebenfalls weg. Gucken wir mal weiter:

Von der isländischen Zentralbank darf Haarde nicht allzu viel erwarten. Grund: Sie verfügt gerade einmal über umgerechnet 4,3 Milliarden Euro an Reserven. Zur mittelfristigen Refinanzierung der Banken sind jedoch schätzungsweise mindestens zehn Milliarden Euro nötig. Die Sedlabanki, wie die Notenbank auf Isländisch heißt, will sich deswegen auch bei den Pensionsfonds Geld leihen. Diese sitzen derzeit auf rund zwölf Milliarden Euro, vorwiegend in ausländischen Währungen, die leicht flüssig gemacht werden und dem Staat aus seiner Finanzklemme helfen könnten.

Wäre wohl sowas wie Szenario Nummero 3. Geld aus Alternativquellen flüssig machen, die einem zur Verfügung stehen. Was gibt’s sonst noch?

[...} als die Meldung durchsickerte, Russland wolle der angeschlagenen Volkswirtschaft mit einem 4-Milliarden-Euro-Kredit unter die Arme greifen. Russland dementierte zunächst und will das Ansuchen Islands nun doch „wohlwollend“ prüfen.

Nicht ganz Szenario 4. Eher Szenario 5, das oben nicht erwähnt wurde: Straßen an alle Mitspieler verkaufen und hoffen, so genügend Geld einzunehmen, um seine Schulden begleichen zu können…

Merke gerade, dass mein Monopoly-Bild gerade etwas aus den Fugen gerät. Hätte wohl doch nicht so starkes Zeug aus Holland mitbringen dürfen…

Ich kürze die Geschichte daher hier mal ab und sage direkt, worauf ich eigentlich hinaus will: Island soll einfach mal eine kleine Resterampe mit Landschaftsteilen zum Kauf anbieten, die man nicht mehr braucht. Die scheinen laut Wikipedia doch genügend Land zu haben:

Island ist relativ dünn besiedelt: Auf 40 km² befinden sich im Schnitt zwei bis vier Häuser. 

Ist doch super. Soll man ausländischen Investoren einfach ein wenig Land für ein wenig Geld überlassen, und fix ist die Kasse wieder voll.

Zudem gibt es auf Island etwa 130 aktive Vulkane. Die könnte man ja auch an ausländische Institute zum Zwecke der Wissenschaft verkaufen. Oder den Vatnajökull. Findet sich bestimmt jemand, der in ein Trinkwasserreservoir der Zukunft investieren möchte. Oder man erteilt den Japanern eine Walfanglizenz. Oder. Oder. Oder. Es gäbe für die Isländer so viele Möglichkeiten, an Geld zu kommen. Hat doch damals bei den Russen mit Alaska auch wunderbar funktioniert!

Und was habe ich aus dem Ganzen nun für eine Lehre gezogen? Antwort: Island muss ich unbedingt mal besuchen, scheint ein wunderschönes Land zu sein!

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Auch Totgesagte sterben manchmal…

6. Oktober 2008 · Kommentar schreiben

Viele der knapp 100.000 Stammleser meines Blogs haben es bemerkt: Die Wirtschaftskrise ist auch an diesem Blog nicht spurlos vorbeigezogen. Riskante Spekulationen im Millionen-Euro-Bereich, sinkender Ölpreis, schlechtes Wetter, miserables Management und viele andere Dinge haben die Existenz dieses Blogs massiv gefährdet und meine volle Aufmerksamkeit gefordert. Deswegen gab es letzte Woche hier auch keine Artikel.

Zugegeben: Ich hatte auch keinen Bock, etwas zu schreiben.

Jetzt hätte ich wieder Bock, aber mein Kuli streikt gerade…

Also versuche ich es morgen abend wieder. Vielleicht stehen die Sterne dann ja wieder günstig, und ein funktionierender Kuli trifft auf einen funktionierenden Verstand…

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