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Schau mir in die Augen, Tätowierer

14. August 2008 · Kommentar schreiben

Wenn das so weitergeht, dann werde ich bei meiner Krankenkasse beantragen, dass ich in Zukunft geringere Beiträge zahlen muss, weil ich 1. meinen Körper nicht selbst verstümmele und somit weniger Kosten verursache als diejenigen, die es tun. Und weil ich 2. keinen Bock habe, die medizinischen Eingriffe und Versorgungen von irgendwelchen Freaks mitzufinanzieren, die um jeden Preis auffallen wollen! Sonst wechsle ich die Kasse!

Ach ja, Stein des Anstoßes und Auslöser für meinen spießig-erwachsenen Kommentar war das:

P.S.: Alle Spießer sollten den Ton abschalten, bevor sie sich das Filmchen antun. ;-)

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Skeptisch

14. August 2008 · 3 Kommentare

Ich bin skeptisch, was das Phänomen Michael Phelps angeht. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein 23 Jahre alter Schwimmer dermaßen konstant schnell schwimmen kann. Wenn ich mir die Fussball-Heinis hierzulande angucke, dann schaffen die es nicht einmal, sich innerhalb von einer Woche von einem Spiel zu erholen. Und dieser Junge schwimmt mal eben allen seinen Konkurrenten davon, ohne Müdigkeitserscheinungen, ohne Leistungseinbruch.

Als ich ein kleiner Zauberlehrling war, da wurde mir der Trick mit dem Taschentuch verraten, das man sich von oben in die geballte Faust stopft. Der Trick dabei ist, dass man auf dem Daumen einen durchsichtigen Silikon-Daumen-Hut trägt. Dieser gelangt zuerst in die Faust, anschließend wird das Taschentuch in ihn hinein gestopft und dann wird er wieder, inklusive des Taschentuchs, über den Daumen gestülpt. Alles klar? Nein? Egal!

Worauf ich jedenfalls hinaus will, ist, dass wenn schon keine verbotenen Substanzen im Körper gefunden werden, sich diese vielleicht am Körper befinden. Durchsichtige Silikon-Schwimmhäute zwischen den Fingern oder Zehen, irgendein Lotus-Blüten-Effekt-Extrakt, das das Wasser von seinem Körper abperlen lässt, irgendwas!

Jedenfalls bin ich skeptisch, dass der Junge einfach nur gut ist!

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Grünkost

14. August 2008 · Kommentar schreiben

Ich hatte vor einiger Zeit mal an einem Businessplan-Wettbewerb des NUK teilgenommen. Mit meinem Konzept einer Online-Jobbörse (MANOA) bin ich aber nach der zweiten von drei Stufen ausgestiegen, um es in Eigenregie weiterzuentwickeln. Heraus kam der „Test-Ballon“ Chain-Community

Jedenfalls: Eine meiner Mit-Bewerberinnen war Kathrin Möntenich. Sie hatte die Idee zu einem Bio-Fast-Food-Restaurant namens PICK-A-PEA, mit der sie bei dem Wettbewerb den ersten Platz belegt hat. Herzlichen Glückwunsch von meiner Seite an dieser Stelle!

Nun eröffnet am 30. Oktober dieses Jahres die erste Filiale im Rhein-Center in Köln Weiden und mir stellt sich folgende Frage: Wird es diesem Start-Up so ergehen, wie vielen vor ihm – von den „Experten“ hoch gelobt, vom Kunden verschmäht, oder seht ihr einen Markt für einen Bio-Imbiss? Würdet bzw. werdet ihr da essen gehen?

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Wie man es macht, man macht es richtig

14. August 2008 · Kommentar schreiben

Mein Statement zur deutschen Journalie: Überwiegend ein Volk von wendehälsigen Speichelleckern, für die der Sabber aller möglichen ausländischen X-, Y- und Z-Promis wie Nektar schmeckt, die sich aber bei den gleichen Ausscheidungen der deutschen Pendants übergeben müssen.

Damit ist eigentlich alles gesagt!

Und nur damit mir niemand nachsagen kann, ich würde völlig grundlos und zu unrecht einen ehrbaren Berufszweig diskreditieren, stimatisieren, verurteilen und was sonst noch, liefere ich noch kurz den Grund nach, warum ich so würge denke.

Vor einigen Wochen sorgte der britische TV-Koch Jamie Oliver für Schlagzeilen, als er vor laufender Kamera Küken vergaste. Dies tat er, um auf die Missstände in der Massentierhaltung aufmerksam zu machen. Löbliches Ziel, falsche Methode, war meine Meinung. In der Presse hingegen wurde argumentiert, jede Methode, die den lethargischen Zuschauer aufweckt, aufschreckt und zum Umdenken animiert, sei wünschenswert, wenn nicht sogar bitter nötig! Frei nach dem Motto: Der Zweck heiligt die Mittel. O.K. Ist ein klares Statement, das ich akzeptieren kann, ohne der gleichen Meinung zu sein.

So. Nun lief gestern abend im ZDF die Reportage „Hannes Jaennicke: Einsatz für Orang Utans“. Völlig egal, ob Herr Jaennicke ein guter oder schlechter, populärer oder unpopulärer, erfolgreicher oder erfolgloser … Schauspieler ist – was zählt, ist, dass der Mann aus eigener Initiative und auf eigene Kosten einen Appell an die Menschen in Deutschland gerichtet hat, weil ihm die Umwelt am Herzen liegt. Ob er das gut oder schlecht gemacht hat, sei dahingestellt. Ich stimme dem Ex-Kanalarbeiter Seitz, der bereits mit sagenhaften Artikeln wie „Gülcan & Collien ziehen aufs Land“, „Frauentausch“ oder „Aus alt mach neu – Brigitte Nielsen“ auf sich aufmerksam gemacht hat, zu, wenn er die Machart der Reportage als etwas zu effektheischerisch kritisiert:

Schon filmt die Kamera finstere Gestalten, die niemand vorstellt, aus einem Irgendwoher, das niemand benennt. Kurzum: Schon zeigt sich das ganze Strickmuster dieses Machwerks, für das sich ein öffentlich-rechtlicher Sender nicht hergeben sollte. In „Hannes Jaenicke: Einsatz für Orang-Utans“ will niemand niemanden informieren. Hier geht es nur darum, Gefühle zu transportieren, Emotionen zu schaffen. Und darum: Hass aufzubauen. [...]

Die Machart des Films stößt mich ab.

und dem Journalisten-Bübchen vom Stern:

Diese unbequemen Tatsachen präsentiert Hannes Jaenicke im Stil einer amerikanischen Crime-Serie. Die Bilder sind schnell geschnitten und mit knalligen Soundeffekte unterlegt, besonders dramatische Szenen sind besonders stark verwackelt. [...]

Dabei hätten viele Szenen in der Dokumentation auch ohne vollmundige Kommentare gewirkt.

Wie gesagt, sehe ich ähnlich. Wenn dann aber Herr Seitz am Ende seines Artikels resümiert

„Der Zweck heiligt das Mittel eben nicht.“

dann muss ich mich doch sehr wundern! Zum einen, weil das vor ein paar Wochen noch ganz anders klang (s. Jamie Oliver) und zum anderen, weil die Herren, bildlich gesprochen, den Rahmen und nicht das Bild kritisieren!

Nicht im Ansatz wird das Engagement von Jaennicke gelobt, nicht im Ansatz wird auf das Elend der Orang Utans in ernsthaftem Ton eingegangen, nicht im Ansatz wird etwas anders gemacht als stinkenden Sarkasmus und Zynismus zu versprühen! Wenn Stern-Milchbubi Sätze schreibt wie

„Die gefühlte Botschaft an die TV-Nation: „Einsatz in vier Wänden Spezial“ war gestern, „Hannes Jaenicke im Einsatz für Orang-Utans“ ist die Zukunft der Fernsehunterhaltung“

oder

„In Nahaufnahme werden die putzigen Tierchen gezeigt“

oder

„Orang Utans, die sich in einem Boxring für schamlose Thailänder und Touristen im „Freizeit“-Park zum Affen machen“

und sein Hamburger Kollege polemisiert:

Solchen Journalismus hat man seit DDR-Zeiten im deutschen Fernsehen kaum mehr sehen müssen.

dann beschleicht mich das Gefühl, dass hier zwei Menschen auf einer Art und Weise schreiben, die mit seriösem Journalismus nichts zu tun hat, stattdessen aber die Herkunft der beiden widerspiegelt: Der eine hat gelernt, unter Tage im Dreck zu wühlen und tut dies nun auch überirdisch; der andere ist der Schulhof-Welt noch nicht lange genug entwachsen um zu merken, dass man ihn nicht mehr als Weichei abstempeln wird, wenn er aufhört, einen auf dicke Hose zu machen und alles ins Lächerliche zu ziehen.

Apropos Journalismus: Wenn Herr Seitz Herrn Jaennike neuerdings für einen Journalisten hält, dann tut er dies bestimmt auch bei Al Gore oder Leonardo Di Caprio. Aber die sind dann natürlich „gute“ Journalisten, sind ja auch Promis, deren Sabber ist ja auch Nektar…

Und wer mir jetzt vorwerfen will, dass ich über die Herren genauso nievaulos schreibe, wie sie über die Orang Utans, der soll das tun - aber schliesslich sind die beiden doch auch nur Affen!

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